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Brustbild einer Frau

Ident. Nr.: B UHP 128/13

ObjID: obj:2352039

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Meret Oppenheim (1913 - 1985),
Künstler*in
Datierung
1932
Weitere Titel
Sammlungstitel: Brustbild einer Frau
Übersetzung: Half-Length Portrait of a Woman
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Besitz/Nachlass der Künstlerin,
1932-nach 1985
Kauf: LEVY Galerie,
nach 1985-vermutlich 2008
Kommission: Galerie de Pury & Luxembourg,
2008
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2008-2010
Material / Technik
Bleistift auf Papier
Abmessungen
Höhe x Breite: 27 x 21,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Oppenheim war 18 Jahre alt, als sie 1932 das Gymnasium verließ und nach Paris fuhr, um Künstlerin zu werden. Bald bewegte sie sich dort im Kreis der Surrealisten und nahm an deren Ausstellungen teil. Sie fühlte sich der Gruppe aber nie zugehörig. In jener Zeit wurde sie zur Muse und zur Erotik-Ikone der Surrealisten durch Man Rays Fotografien „Érotique voilée“ (um 1933), auf denen die Künstlerin nackt hinter dem Rad einer Druckpresse posiert. Ihr größter Erfolg, ihr Werk „Frühstück im Pelz“ (1936; The Museum of Modern Art, New York), wurde zum Symbol weiblicher Sexualität und zum surrealistischen Objekt par excellence. Meret Oppenheim wollte sich aber weder als „Fee“ verharmlosen noch auf ihre soeben erwähnte „Pelztasse“ reduzieren lassen, sie wollte als Künstlerin ernst genommen werden. In über fünfzig Schaffensjahren legte sie ein vielschichtiges und rätselhaftes Werk vor, das kaum eine Klassifizierung ermöglicht: Es reicht von Malerei über Zeichnung und Dichtung bis zu Objektkunst, Schmuck, Möbel- und Modedesign. Sie ließ sich in nichts einschränken und nahm sich die Freiheit, genreübergreifend tätig zu sein. Im „Brustbild einer Frau“ hat Oppenheim durch zwei offene Linien und zwei Kreise die klaren Umrisse einer weiblichen Gestalt gezeichnet. Mit minimalen Mitteln schuf sie eine gesichtslose Figur, die das archetypische Weiblichkeitsattribut vor Augen führt. „Brustbild“ ist nämlich, wie vieles bei der Künstlerin, doppeldeutig gemeint: als Bildgattung und wortwörtlich als demonstrative Darstellung. | Francisca Cruz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson