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Diamantrahmen mit dem Miniaturportrait eines jungen Herrn in Uniform

Ident. Nr.: L 387 c

ObjID: obj:2393250

Details (Expert)

Datierung
1790-1792
Abmessungen
Höhe x Breite: 3,7 x 2,4 cm

Objektbeschreibung

Miniaturportrait eines jungen Mannes in weißer Uniform, blauem und rotem Ordensband, daran der Orden des Goldenen Vlies. Eine hohe Halsbinde mit Spitzenjabot und eine graue Haarbeutelperücke komplettieren die elegante Erscheinung. Es handelt sich wahrscheinlich um Maximilian von Sachsen (1759-1838), ein Sohn von Friedrich Christian von Sachsen und somit Neffe des Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus. Er trägt die Uniform seines Infantrieregiments, Weiß mit gelbem Kragen und Brustrabatten, sowie goldenen Knöpfen. Die Darstellung vermutlich nach einem Portrait von Anton Graff, 1792, anlässlich der Hochzeit von Maximilian mit Caroline von Parma. 22 Diamanten im Altschliff bilden den kostbaren Rahmen der Darstellung. Die Miniatur war höchstwahrscheinlich Bestandteil eines Armbandes, zusammen mit den Miniaturbildnissen L 387 a; L 387 b, L 387 d; L 387 e. Rechts und links am Rahmen noch je drei Ösen, zum Fixieren von Kettchen oder Perlschnüren.

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa