Bodhidharma im roten Gewand
Ident. Nr.: 1789
ObjID: obj:2436874
Geschenk Gustav Jacoby
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Edo (Tokugawa)-Zeit1. Hälfte 17. Jh.
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Hängerolle, Tusche und Farbe auf Papier
- Abmessungen
- Bildmaß: 42 x 63,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2436874
Objektbeschreibung
Der indische Mönch Bodhidharma (j. Daruma), der als Begründer und erster Patriarch des Zen-Buddhismus gilt, liegt hier schlafend in ein rotes Gewand gehüllt. Diese Pose weicht von den Sitzfiguren und Brustbildern hergebrachter Bildnisse des Patriarchen ab. Auch die bekannten Legenden liefern keine Erklärung für diese ungewöhnliche Darstellung. Ikonografisch am nächsten steht der Eingang des auf der Seite liegenden historischen Buddha Shakyamuni ins Nirvana. Im Gegensatz zu dieser transzendenten Erlösungsvorstellung impliziert der friedliche Schlaf des Bodhidharma möglicherweise die auf Erleuchtung in dieser Welt zielende Lehre des Zen. Diese Interpretation wird durch die Sōshō signierte Aufschrift gestützt, die wohl einem Mönch des Tempels Myōshinji in Kyoto zuzuweisen ist:
Der seitlich hingestreckt schlafende Körper, gleicht dem dösenden Smaragdblau des Himmels, wird er jedoch aktiv und öffnet die Augen, so verblassen (im Vergleich) Sonne und Mond.
Eine Kastenaufschrift des auch als Kalligraph und Tee-Meister bekannten Zen-Mönchs Takuan Sōhō (1573-1645) weist das Bild dem im 15. Jahrhundert am Zen-Tempel Tōfukuji in Kyoto tätigen Mönchs-Maler Kichizan Minchō zu, der Malstil und die Aufschrift deuten hingegen auf eine Entstehung in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts.
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de