Logo

Fruchtkorb aus dem Service für den Grafen von Brühl

Ident. Nr.: HF 88

ObjID: obj:2455487

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Johann Joachim Kaendler (1706 - 1775),
Bildhauer*in
Entwurf: Johann Friedrich Eberlein (1696 oder 1695-1749),
Bildhauer*in
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Datierung
1737
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 28 x 42 x 26,5 cm

Objektbeschreibung

Inventareintrag: "Fruchtkorb oder Schwenkkessel (?), länglich-oval mit stark geschweiften und mit vergoldeten Rundstäben und Voluten eingefasstem Rand. An den Langseiten durchbrochene Palmetten als Bekrönung, darunter beiderseits von einem barocken, in Löwenklauen endigenden Fuß, ein Chinesenpaar, die Frau mit kleinem Sonnenschirm an langem Stock im linken Arm. An den Schmalseiten Hähne mit gespreizten Flügeln, auf starkem mit farbigen Blumen besetztem Geäst, das aus dem muschelartigen Volutenfüßen wächst. Die Hähne ähnlich bunt bemalt, wie die zugehörigen Gefäße für Mostrich und Essig. Volutenfuß gekittet. Palmetten u. Schnäbel repariert.
Meissen, 1737 Modell von Kändler u. Eberlein ohne Marke"

Das Stück wurde während des II. Weltkrieges zerstört und konnte nur fragmentiert geborgen werden.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa