Pierre und Betty Leyris
Ident. Nr.: B UHP 5/13
ObjID: obj:2457770
Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1932
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Pierre und Betty LeyrisOriginaltitel: Pierre et Betty LeyrisÜbersetzung: Pierre and Betty Leyris
- Provenienz
- Erwerbungsart ungeklärt: Pierre und Betty Leyris / Jean Leiris,
vermutlich 1932-1966Kauf: Getrude Stein Gallery,
1966-vermutlich 1989Kauf: Panicall Fine Art,
vermutlich 1989-vermutlich 1994Kauf: Sammlung Ulla und Heinz Pietsch,
vermutlich 1994-2010 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 72 x 52 cm
- Erwerbung
- 2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2457770
Objektbeschreibung
Seine Jugend verbrachte der 1908 als Balthasar Kłossowski de Rola in Paris geborene Balthus in Berlin, Bern, Genf und Beatenberg in der Schweiz. Durch sein Studium der alten Meister im Pariser Louvre ab 1924 und einen Italien-Aufenthalt 1926 entwickelte der Autodidakt seinen eigenen figurativen Malstil, der sich an der Technik der Fresken der Frührenaissance orientierte und sich zeitgenössischen Avantgarde-Strömungen entzog. Den Winter 1932/1933 verbrachte Balthus in Paris bei dem befreundeten Übersetzer-Ehepaar Pierre (1907–2001) und Betty Leyris (1908–1997), das er in einem Doppelbildnis festhielt. Es zeigt Pierre nachdenklich Pfeife rauchend in einem Lehnstuhl, während Betty neben ihm ins Bilboquet-Spiel vertieft ist, ein seinerzeit beliebtes Geschicklichkeitsspiel. Obwohl die Dargestellten in ihren Körperhaltungen einander zugewandt sind, stehen sie nicht miteinander in Kontakt. Sie wirken völlig in sich gekehrt und in ihren Bewegungen erstarrt. Der von Betty hochgeworfene rote Ball scheint zu schweben, was den Eindruck der angehaltenen Zeit noch verstärkt. Die Szene ist aufgeladen von einer psychischen Spannung, hervorgerufen durch die für Balthus charakteristische Verbindung von Sachlichkeit und Rätselhaftigkeit. Das Bildformat sowie die naive manieristische Malweise sind dem Nationaltrachten-Zyklus des Schweizer Malers Joseph Reinhard (1749–1824) entlehnt, den Balthus im Sommer 1932 im Bernischen Historischen Museum kopiert hatte. Bald entstanden weitere Werke in Reinhard-Manier, auch mehrfach Bildnisse von den Leyris. Aus finanzieller Not lebte Balthus noch einige Monate bei ihnen, erst im Mai 1933 konnte er ein eigenes Atelier beziehen. | Irina Hiebert Grun
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de