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Der Anhänger der Cagoule

Ident. Nr.: B UHP 22/13

ObjID: obj:2457773

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alexander Calder (1898 - 1976),
Künstler*in
Datierung
1954
frühere Datierung: 1953
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Anhänger der Cagoule
Originaltitel: Le Cagoulard
Übersetzung: The Pendant of the Cagoule
Provenienz
Sammlung Magda und Riccardo Jucker, Mailand,
399945
Pinacoteca di Brera, Mailand,
735272
Thomas Ammann Fine Arts Zürich,
399946
Sammlung Ulla und Heinz Pietsch, Berlin,
17.12.2010
Material / Technik
Metall, lackiert, 18 Elemente
Abmessungen
Durchmesser: 400 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Anfang der 1930er-Jahre hatte Calder seine ersten Mobiles geschaffen. Es waren abstrakte, hängende Gebilde aus Draht und Stahl, die durch den kleinsten Luftzug in Bewegung versetzt werden konnten. Auslöser für die Kreation dieser kinetischen Objekte war Calder zufolge sein Besuch im Atelier des niederländischen Malers Piet Mondrian, dessen Arbeiten sowie ihre räumliche Anordnung in dem mit farbigen Paneelen gestalteten Raum ihn zu seiner neuartigen Arbeitsweise inspirierten. Das großformatige schwarze Mobile „Der Anhänger der Cagoule“ entstand im Jahr 1954. Ob Calder mit dem Titel auf die rechtsextreme Gruppierung der Cagoulards verweist, die in den 1930er-Jahren und während der deutschen Besatzung Frankreichs aktiv und deren Erkennungszeichen schwarze Kapuzen (frz. „cagoule“) mit Augenlöchern gewesen waren, bleibt offen. Jedoch lassen formale Details wie die Farbgebung und die Durchbrechung der Elemente des Mobiles diesen Schluss durchaus zu. Kommentiert hat Calder diesen Titel nicht, auch nicht anlässlich der „X. Triennale di Milano“, wo der Bildhauer das Mobile erstmals zeigte. Es bildete den Mittelpunkt eines von den italienischen Architekten Belgiojoso, Peressutti & Rogers (BBPR) entworfenen Labyrinths im Parco Sempione, einem Ausstellungsort der Triennale für experimentelle Architektur. Eindrücklich visualisierte das Mobile mit dieser Einbettung die Verbindung von Kunst, Design und Architektur. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz