Sans titre
Ident. Nr.: B UHP 110/13
ObjID: obj:2457966
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1933
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Sans titreOhne TitelÜbersetzung: Untitled
- Provenienz
- Geschenk (?): Georges und Elisabeth (Böske) Antheil, Paris/USA?,
ab 1933Erwerbungsart ungeklärt: Kleiner,
bis 1971Kauf: Galerie Berggruen,
1971Kauf: Sammlung Bracci,
ab 1971Kauf (?): Michele Taddei,
bis Mitte der 1990er JahreKauf: Clemens Toussaint,
Mitte der 1990er Jahre-2002Kauf: Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch,
2002-2010 - Material / Technik
- Ölfarbe auf Ingres-Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 45,8 x 60,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2457966
Objektbeschreibung
Ende der 1920er-Jahre suchte Miró nach Möglichkeiten, aus seinem weitgehend ausdifferenzierten System elementarer Form- und Symbolkürzel auszubrechen. Schon 1927 und erneut 1931 äußerte er, man müsse die Malerei überhaupt „totschlagen“ (wiederholt z. B. im Interview mit Francisco Melgar, in: Ahora, Madrid, 24.1.1931), um der Gefahr des ästhetischen Solipsismus „reiner“ Formenspiele zu entrinnen. Den Ausweg suchte er in der Begegnung mit der Kunstgeschichte („holländischen Interieurs“, „imaginäre[n] Porträts“ nach alten Meistern) sowie in der Adaption neuer Techniken und Materialien für die Malerei. In diesen Zusammenhang gehören auch die Arbeiten mit Ölfarbe auf Ingrespapier, einem für Ölmalerei unüblichen Bildträger. Das vorherrschende Motiv dieser Werkgruppe (WVZ Dupin 2000, 362–392) ist die Frau. Ein Gerüst schwarzer Linien liegt vor einer blauen Fläche. Klar umschriebene Binnenflächen sind leuchtend rot, grün und gelb gefüllt. Die Reinheit der Farben und die Präzision der Linien kontrastieren mit der monströsen Unordnung der anatomischen Bezüge: Man erkennt Auge, Nasenlöcher, Hände, Haare, antennenartige Fortsätze und Geschlecht, aber keinen Körper. Im Zentrum steht eine aggressive schwarze Form wie ein Sensenblatt. Insgesamt entsteht ein schwebendes Konstrukt in der Art eines Mobiles von Alexander Calder (und vergleichbar Mirós „Malerei, Mann mit Schnurrbart“, 1925, WVZ Dupin 1999, 161). Das Blatt ist dem Komponisten George Antheil („Ballet mécanique“, 1925) und seiner Frau Boski (Böske) gewidmet. | Oliver Seifert
Letzte Aktualisierung: 09.06.2026
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