Oiseau, étoile-filante et paysage
Ident. Nr.: B UHP 114/13
ObjID: obj:2457986
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1935
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Oiseau, étoile-filante et paysageVogel, Sternschnuppe und LandschaftÜbersetzung: Bird, Shooting Star, and Landscape
- Provenienz
- Kauf (?): Pierre Matisse Gallery,
vermutlich 1935-1937Kauf (?): Douglas Cooper, London,
1937-1946Kauf: Mayor Gallery, London,
ab 1946Erwerbungsart ungeklärt: Perls Galleries,
ohne DatumErwerbungsart ungeklärt: Galerie d'Art Moderne,
ohne DatumErwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
vermutlich um 1973-1998Erwerbungsart ungeklärt: Ulla und Heiner Pietzsch,
1998-2010 - Material / Technik
- Gouache auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 36,5 x 30 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2457986
Objektbeschreibung
Das Blatt gehört zu einer etwa fünfzig Arbeiten umfassenden Gruppe von Tuschzeichnungen auf farbig lasiertem Grund (WVZ Dupin 2008, 490–537), zu der auch „Sitzende Frau“ (Nationalgalerie, Schenkung Pietzsch) zählt. Innerhalb dieser Gruppe scheint sich die Motivik vom rauchenden Bauern und der sitzenden Bäuerin hin zum Gegensatz von Vogel und Sternschnuppe beziehungsweise der schwarzen geometrischen Formen (Viereck, Dreieck, Kreis) und dem amorphen Farbraum zu verschoben zu haben, wobei alle Motive im Grunde dasselbe Thema durchspielen: die fruchtbare Begegnung antagonistischer Gegensätze, die so abstrakt und doch anspielungsreich formuliert ist, dass sie sich sexuell, psychisch, sozial oder kosmisch lesen lässt. Zwischen dem etwas verkantet vor dem himmelblauen Grund schwebenden Viereck (die Assoziation zu Kasimir Malewitschs „suprematistischem“ schwarzen Quadrat [unter anderem in der Tretjakow-Galerie, Moskau] ist naheliegend) und dem kindlich schematisierten Vogel vor erdbraunem Grund darunter (!) vermitteln die balkenartigen schwarzen „Federn“. Wie Sprossen einer Leiter – ein wichtiges Motiv Mirós – führen sie zum gelben Farbklecks, den eine phallusartige Umrandung mit Ejakulations-Chiffre auch als „Sternschnuppe“ erkennen lässt. Der Klecks ist gewissermaßen eine Spur des kreativen Funkens, der in der Vereinigung des paradox schweren und zugleich schwebenden, dominanten Quadrats und der leichten, aber erdverbundenen, wie ängstlich aus dem Bild gewandten Kreatur (in anderen Blättern nimmt eine Frau die Position des Vogels ein) aufleuchtet. | Oliver Seifert
Letzte Aktualisierung: 09.06.2026
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Neue Nationalgalerie
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nng@smb.spk-berlin.de