Sans titre
Ident. Nr.: B UHP 115/13
ObjID: obj:2457987
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1936
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Sans titreOhne TitelÜbersetzung: Untitled
- Provenienz
- Kauf: Edward James, London,
ab 1936Erwerbungsart ungeklärt: James Kirkman, London,
bis Mitte der 1980er-JahreKauf: Landau Fine Art, Inc.,
Mitte der 1980er-Jahre-mindestens 1988Auktion: Christie's,
2008Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2008-2010 - Material / Technik
- Gouache, Aquarell und Tinte auf Papier
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 29,9 x 23,8 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/2457987
Objektbeschreibung
„Sans titre“ stammt aus einer Mappe mit 15 Zeichnungen von verschiedenen Künstlern, die 1936 für die „International Surrealist Exhibition“ in London zusammengestellt worden war. Insgesamt wurden vier Alben komponiert, diese Zeichnung gehört zur Edition Nummer 3, die der exzentrische britische Kunstsammler Edward James bei dieser Gelegenheit erwarb. Das Werk entstand in einer Zeit extremer innerer Konflikte des Künstlers, zugleich spiegelt es die Verbundenheit des Malers mit der Volksfrontbewegung im Spanischen Bürgerkrieg wider. Drei Monate nach Beginn des Krieges, im Oktober 1936, floh Miró von Barcelona nach Paris. Im Zentrum der Komposition ist eine übergroße weibliche Figur mit bedrohlicher schwarzer Hand im Begriff, eine erschrockene, viel kleinere Frau zu verschlingen, ein Szenario, das an das furchterregende Bild „Saturn verschlingt eines seiner Kinder“ (1820–1823; Prado, Madrid) von Francisco de Goya erinnert. Zwei tierförmige Figuren schweben inmitten einer Explosion aus roten, schwarzen und weißen Flecken, die auf den braunen Hintergrund geworfen zu sein scheinen; dadurch gerät die gesamte Bildfläche in Unruhe, analog zur historischen Situation. „Sans titre“ bezieht sich auf die kleinen, intensiven Gemälde, die Miró 1934/1935 auf Kupfer und Masonit gemalt hatte; jene Arbeiten waren durch die grausamen Ereignisse der Zeit geprägt, deshalb nannte er sie seine „wilden [sauvages] Gemälde“ (Jacques Dupin, Miró. Leben und Werk, Köln, 1961, S. 250). | Francisca Cruz
Letzte Aktualisierung: 09.06.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de