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Sans titre

Ident. Nr.: B UHP 115/13

ObjID: obj:2457987

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Joan Miró (1893 - 1983),
Künstler*in
Datierung
1936
Weitere Titel
Sammlungstitel: Sans titre
Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Provenienz
Kauf: Edward James, London,
ab 1936
Erwerbungsart ungeklärt: James Kirkman, London,
bis Mitte der 1980er-Jahre
Kauf: Landau Fine Art, Inc.,
Mitte der 1980er-Jahre-mindestens 1988
Auktion: Christie's,
2008
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
2008-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 29,9 x 23,8 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

„Sans titre“ stammt aus einer Mappe mit 15 Zeichnungen von verschiedenen Künstlern, die 1936 für die „International Surrealist Exhibition“ in London zusammengestellt worden war. Insgesamt wurden vier Alben komponiert, diese Zeichnung gehört zur Edition Nummer 3, die der exzentrische britische Kunstsammler Edward James bei dieser Gelegenheit erwarb. Das Werk entstand in einer Zeit extremer innerer Konflikte des Künstlers, zugleich spiegelt es die Verbundenheit des Malers mit der Volksfrontbewegung im Spanischen Bürgerkrieg wider. Drei Monate nach Beginn des Krieges, im Oktober 1936, floh Miró von Barcelona nach Paris. Im Zentrum der Komposition ist eine übergroße weibliche Figur mit bedrohlicher schwarzer Hand im Begriff, eine erschrockene, viel kleinere Frau zu verschlingen, ein Szenario, das an das furchterregende Bild „Saturn verschlingt eines seiner Kinder“ (1820–1823; Prado, Madrid) von Francisco de Goya erinnert. Zwei tierförmige Figuren schweben inmitten einer Explosion aus roten, schwarzen und weißen Flecken, die auf den braunen Hintergrund geworfen zu sein scheinen; dadurch gerät die gesamte Bildfläche in Unruhe, analog zur historischen Situation. „Sans titre“ bezieht sich auf die kleinen, intensiven Gemälde, die Miró 1934/1935 auf Kupfer und Masonit gemalt hatte; jene Arbeiten waren durch die grausamen Ereignisse der Zeit geprägt, deshalb nannte er sie seine „wilden [sauvages] Gemälde“ (Jacques Dupin, Miró. Leben und Werk, Köln, 1961, S. 250). | Francisca Cruz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson