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Ohne Titel

Ident. Nr.: B UHP 60/13

ObjID: obj:2458001

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Jimmy Ernst (1920 - 1984),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1942
Weitere Titel
Sammlungstitel: Ohne Titel
Übersetzung: Untitled
Provenienz
Besitz des Künstlers,
1942-1984
Nachlass/Vermächtnis: Dallas Ernst,
1984-1996
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1996-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 25 x 22,7 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Der 1920 als Hans-Ulrich Ernst in Köln Geborene entstammte der ersten Ehe des Künstlers Max Ernst mit der Kunsthistorikerin Luise Straus-Ernst. Bereits zwei Jahre später verließ der Vater die Familie und zog nach Paris, wo ihn sein Sohn ab 1930 wiederholt besuchte und viele Vertreter des Surrealismus kennenlernte. Zwischen 1935 und 1938 absolvierte Ernst eine Lehre als Schriftsetzer im Druckhaus Augustin in Glückstadt, das ihm 1938 die Ausreise in die USA organisierte. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung mütterlicherseits hatte er sich einer wachsenden Bedrohung im nationalsozialistischen Deutschland ausgesetzt gesehen. In New York begann Ernst 1940 als Autodidakt mit der Malerei. Seine ersten Bilder, in denen er formal vom Surrealismus ausging, zeigen kleinteilig zusammengesetzte, organische Gebilde, die sich gelegentlich zu Insekten und Fabeltieren formieren. Zeitgleich entstanden aber auch abstrakte Arbeiten. Bei dem unbetitelten Werk der Nationalgalerie handelt es sich um ein Aquarell, dessen ineinanderfließende Farbflächen durch darüberliegende schwarze Umrisslinien konturiert sind. Dadurch hat Ernst einen symmetrischen Bildaufbau entstehen lassen, der von drei hochkantigen rechteckigen Flächen dominiert wird, von denen die mittige eine gewisse Räumlichkeit aufzeigt. Über den geometrischen Feldern liegt ein zartes Liniengeflecht, das an vier Stellen kugelige Enden ausbildet, die sich zu beiden Seiten der Mittelachse spiegeln. | Irina Hiebert

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

Badende

Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

Mädchen aus Xanten

Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans