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J'ai salué à six pas le commandant Lefebvre des Noëttes

Ident. Nr.: B UHP 21/13

ObjID: obj:2458042

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
André Breton (1896 - 1966),
Künstler*in
Datierung
1942
Weitere Titel
Sammlungstitel: J'ai salué à six pas le commandant Lefebvre des Noëttes
Übersetzung: I greeted the commander Lefebvre des Noëttes from close up
Ich habe den Kommandanten Lefebvre des Noëttes aus der Nähe gegrüßt
Provenienz
Erwerbungsart ungeklärt: möglicherweise Käthe Steinitz, Los Angeles,
ohne Datum
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung, Santa Barbara, CA,
bis 1986
Kommission: L.A. Louver Gallery,
spätestens 1978-1986
Kauf: Peter Goulds, Los Angeles, CA,
1986-vermutlich Ende der 1980er-Jahre
Kauf: vermutlich Folker Skulima,
vermutlich Ende der 1980er-Jahre-spätestens 1994
Kauf (?): Ulla und Heiner Pietzsch,
spätestens 1994-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 45,8 x 35,6 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

„Ich habe den Kommandanten Lefebvre des Noëttes aus der Nähe [wörtlich: aus sechs Schritt Entfernung] gegrüßt / und Jack the Ripper / versteckt[.] / Das Leben / trotzte der fest eingefügten Eule und erfüllt sich wieder mit dem Duft des Tischleindeckdich“ – so ließe sich der Text dieses „Objektgedichts“ übersetzen. Im oberen Bereich ist eine Kutsche zu erkennen, als Anspielung auf Richard Lefebvre des Noëttes, Autor einer 1931 in Paris publizierten Geschichte des Pferdegespanns. In ihr wird unter anderem nachgewiesen, dass frühzeitliche Großbauten in Ägypten, Syrien, Griechenland und Rom nur mit der Hilfe von Sklaven errichtet werden konnten, da sich Pferdewagen erst sehr viel später auch für den Transport von schweren Gewichten eigneten. Bretons Auflagenobjekt gehört zu einer rund zwanzig Nummern umfassenden Edition (geplant waren 50) mit jeweils elf Werken von ihm selbst, Alexander Calder, Leonora Carrington, Marc Chagall, Max Ernst, David Hare, André Masson, Roberto Matta, Robert Motherwell, Kurt Seligmann und Yves Tanguy. Durch den Verkauf ihrer Arbeiten sollte die 1942 in New York gegründete Zeitschrift „VVV“ (herausgegeben von Hare in Zusammenarbeit mit Breton, Marcel Duchamp und Ernst) finanziert werden. Weitere Versionen der Auflage von Breton befinden sich im Centre Pompidou, Paris, und in der Tate, London. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson