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Schuh

Ident. Nr.: B UHP 65/13

ObjID: obj:2458059

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Domenico Gnoli (1933 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1968
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schuh
Übersetzung: Shoe
Provenienz
Atelier Domenico Gnoli,
403131
Galerie Krugier, Paris,
403132
Sammlung Herbert Meyer-Ellinger, Frankfurt am Main,
403133
Sammlung Dahlström, Weinheim,
403134
Galerie Brusberg, Berlin,
403135
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin,
17.12.2010
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 27 x 33,5 x 70,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Schuhe sind in der Kunst Gnolis ein wiederkehrendes Motiv. Er stellte sie in Zeichnungen und in mindestens acht großformatigen Gemälden dar. 1968 ließ Gnoli, der bis dahin nur in der Grafik und Malerei tätig gewesen war, fünf Objekte in Bronze gießen, die er in den 1960er-Jahren malerisch verarbeitet hatte und die hier ebenso überdimensioniert erscheinen wie auf seinen Bildern: Schuh, Büste, Hemdkragen, Krawatte und Hose. Hierfür hatte er keine Entwürfe angefertigt, sondern die Formen in der Keramikwerkstatt seiner Mutter direkt in Ton modelliert. Die Bronzen wurden von der Gießerei Bruni in Rom gefertigt. Der überlebensgroße Damenschuh auf einem Schuhkarton war, zusammen mit den anderen Plastiken, eine Auftragsarbeit für Gnolis Galeristen Jan Krugier. Im Vergleich zu den Gemälden des Künstlers ist die Wirkung der Objekte als isolierte Ausschnitte des Alltags durch ihre plastische Gegenwärtigkeit im Raum gesteigert. Gnoli sagte über seine Intention: „Für mich ist der alltägliche Gegenstand selbst, vergrößert durch die ihm geschenkte Aufmerksamkeit, wichtiger, schöner und schrecklicher, als jede Erfindung und Phantasie ihn hätten machen können. Er sagt mir mehr über mich selbst als irgend etwas anderes, erfüllt mich mit Furcht, Ekel und Entzücken.“ (zit. nach: Annette Meyer zu Eisen, Domenico Gnoli. 1933–1970. Gemälde Skulpturen Zeichnungen Druckgraphik, Ausst.-Kat., Bremen, 1981, o.S.) Gnoli starb 1970 auf dem Höhepunkt seines Schaffens. | Francisca Cruz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson