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Monument dans un désert

Ident. Nr.: B UHP 101/13

ObjID: obj:2458145

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
André Masson (1896 - 1987),
Künstler*in
Datierung
1941 (Guss 1986/1987)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Monument dans un désert
Wüstendenkmal
Übersetzung: Monument in a Desert
Provenienz
Privatsammlung,
400823
Die Galerie, Frankfurt am Main,
400824
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin,
17.12.2010
Material / Technik
Bronze (5/5)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 146,4 x 91,4 x 121,2 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Im März 1941 reiste Masson mit seiner Familie in die USA aus, nachdem er vor den nach Paris vordringenden deutschen Truppen nach Südfrankreich geflohen war. Die Konzeption der Plastik „Wüstendenkmal“ geht mindestens auf das Jahr 1939 zurück, als ein Gemälde desselben Motivs entstand (WVZ Ades/Masson 2010, 1939/1941*4). Das Grundprinzip einer teils menschlichen, teils tierischen, teils stuhlhaften Figur war schon 1937 aufgetaucht („Chambre céleste“, WVZ 1937*28) und in dem Schlüsselwerk „Le Labyrinthe“ (WVZ 1938*8) kulminiert, in dem eine solche metamorphotische Figur als Minotaurus gestaltet ist. Das „Wüstendenkmal“ variiert diesen Gedanken. Aus der Plinthe erhebt sich eine sitzende Figur. Statt eines Kopfes hat das Wesen eine liegende 8 – das Unendlichkeitszeichen. Aus der Seite des Leibes, der mit einer markanten Ritzung versehen ist, die von einer negativen Pyramide im Schoß zu einer spiraligen Glyphe auf der Brust führt, entspringt ein weiblicher geflügelter und durchlochter Körper mit drei Köpfen: Aus dem Hals ragen ein Schlangen- und ein Raubvogelhaupt, aus dem Unterleib ein Hahnenkopf auf phallisch langem Hals. Einerseits erinnert das an die Geburt der Eva aus der Rippe des Adam, andererseits an die etruskische Chimäre von Arezzo (Archäologisches Nationalmuseum Florenz). Massons wilde chimärische Kreation begehrt auf gegen die lebensfeindliche und kriegsgeschüttelte Wüste der technischen Moderne. Das Werk entstand in plastischer Form in den USA; 1986/1987 wurde es auf Vermittlung des Galeristen Cleto Polcina in Rom vergrößert und in Bronze gegossen. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson