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Petite danseuse III

Ident. Nr.: B UHP 66/13

ObjID: obj:2458153

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Julio González (1876 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1934/1935
Weitere Titel
Sammlungstitel: Petite danseuse III
Kleine Tänzerin III
Provenienz
Besitz des Künstlers,
ab 1937
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung,
vermutlich bis 1990
Kauf: Galerie Brusberg,
1990
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
1990-2010
Material / Technik
Silber, auf Steinsockel
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22 x 12 x 15,5 cm
Höhe x Breite: mit Sockel: 28,5 x 12 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Der im Atelier seines Vaters als Goldschmied ausgebildete González lernte 1897 in Barcelona Pablo Picasso kennen und siedelte wie dieser im Jahr 1900 nach Paris über. Dort betätigte sich González als Maler, Bildhauer und Schmuckgestalter. Zum Erneuerer der Eisenplastik sollte er erst mit über fünfzig Jahren werden. Nachdem er Picasso 1928/1929 dabei geholfen hatte, dessen Strichzeichnungen in Drahtplastiken umzusetzen, übernahm González die Grundidee, Figuren linear zu abstrahieren, und entwickelte sein für die 1930er-Jahre charakteristisches Formenrepertoire. Am Motiv der Tänzerin lässt sich verfolgen, wie der Künstler Arme, Beine und Haare zunächst noch kubisch als schmale Balken modellierte (vgl. „Petite danseuse“, um 1929/1930; Museo Reina Sofía, Madrid). Die wenig später entstandenen surrealen Figurationen zeichnen sich durch reduzierte Volumina aus, die wie insektenhaft-grazile Linien im Raum wirken. In der 1934/1935 geschaffenen Serie kleiner Tänzerinnen spielte González verschiedene Bewegungsmotive durch. Bei der dritten Fassung ist ein Bein nach hinten angewinkelt, sodass sich im Verbund mit den fliegenden Haaren der Eindruck schneller Vorwärtsbewegung ergibt. Da der Kopf die Form einer Palette hat, kann der senkrecht vor den Körper gehaltene Stab als Pinsel aufgefasst werden. Etwa zeitgleich entstand die „Danseuse à la palette“ („Tänzerin mit der Palette“; Kunsthalle Mannheim). | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson