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Polizist

Ident. Nr.: B UHP 72/13

ObjID: obj:2458244

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Duane Hanson (1925 - 1996),
Künstler*in
Datierung
1992/1993
Weitere Titel
Sammlungstitel: Polizist
Übersetzung: Policeman
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
17.11.1999
Auktion: Christie's New York,
17.11.1999
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin,
17.12.2010
Material / Technik
Glasfaser, Farbe und Accessoires
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 183,5 x 45,8 x 38 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Hanson wurde in den späten 1960er-Jahren – mitten in Zeiten der Pop-Art – durch seine hyperrealistischen Skulpturen bekannt. 1951 hatte er das Studium der Bildhauerei an der Cranbrook Academy of Art in Bloomfield Hills, Michigan, abgeschlossen. Lange suchte er nach einer für ihn geeigneten bildhauerischen Ausdrucksform und passenden Materialien. 1958 lernte er durch den deutschen Bildhauer Georg Grygo Polyesterharz und Glasfaser als Werkstoffe kennen, die er ab 1961 erprobte, indem er mittels eines komplexen Verfahrens Abformungen von Menschen herstellte. Daraus schuf er täuschend echt wirkende Figuren und thematisierte über sie den Alltag der amerikanischen Unter- und Mittelschicht voller Resignation, Leere und Einsamkeit. Nachdem er zunächst auch unverhohlene Gewalt zeigte, konzentrierte sich Hanson ab 1970 auf subtilere Möglichkeiten, Sozialkritik zu formulieren. In seiner tadellosen Sheriff-Uniform und mit verschränkten Armen scheint der ruhige, kräftige „Policeman“ seine Umgebung zu überwachen. Doch bei genauerem Hinsehen verrät sein ausdrucksloser Blick, der auf einen unbestimmten Punkt im Raum gerichtet ist, Langeweile und Indifferenz, letztlich eine existenzielle Leere. Hansons Arbeiten werden als treffende Verkörperungen des alltäglichen Lebens in einer unruhigen Epoche betrachtet, als die Idee des amerikanischen Traums an Überzeugungskraft verloren hatte. | Francisca Cruz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson