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Composition surréaliste

Ident. Nr.: B UHP 104/13

ObjID: obj:2458283

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Roberto Matta (1911 - 2002),
Künstler*in
Datierung
1939
Weitere Titel
Sammlungstitel: Composition surréaliste
Surrealistische Komposition
Übersetzung: Surrealist Composition
Provenienz
Erwerbungsart ungeklärt: Privatsammlung, Washington DC,
ohne Datum
Erwerbungsart ungeklärt: Ruth S. Schaffner Gallery, Los Angeles oder Santa Barbara, CA,
ohne Datum
Erwerbungsart ungeklärt: vermutlich Harvey S. Lubitz, Modern Painting’s and Drawing’s,
ohne Datum
Kauf: Ulla und Heiner Pietzsch,
vor 1993-2010
Abmessungen
Höhe x Breite: 32 x 49,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

In seiner Heimatstadt Santiago de Chile besuchte Matta die französische Schule und wurde Architekt. 1933 ging er nach Paris, ein Jahr später trat er in das Atelier von Le Corbusier ein. In Ermangelung von Bauaufträgen wurde dort vornehmlich gezeichnet. Auch auf seinen Reisen quer durch Europa zeichnete Matta viel. Durch die Vermittlung von Federico García Lorca lernte er 1937 Salvador Dalí und schließlich den Wortführer der Surrealisten, André Breton, kennen, der von Mattas Zeichnungen tief beeindruckt war. Breton zeigte sie in den Ausstellungen der Surrealisten und veranlasste 1938 die Publikation von Mattas programmatischem Text „Mathématique sensible – architecture du temps“ in der Zeitschrift „Minotaure“ – „ein Aufschrei ‚gegen die Eiterungen des rechten Winkels‘“ (Wieland Schmied, in: Matta, Ausst.-Kat., Hannover, 1974, S. 10). Die „Surrealistische Komposition“ veranschaulicht Mattas Bestreben, geometrische Formen mit der Vorstellung von Leidenschaft zu verschmelzen. Daneben lassen sich Verbindungen zu anderen Künstlern erkennen: Die räumliche Anlage erinnert an eine Collage von René Magritte („Ohne Titel“, 1926, Sammlung Scharf-Gerstenberg, SSG 176), einzelne Bildgegenstände an die mathematischen Objekte von Man Ray, die 1936 in der „Exposition surréaliste d’objets“ bei Charles Ratton in Paris zu sehen waren. Der liegende Arm rechts unten ist ein Zitat aus Pablo Picassos Gemälde „Guernica“ (Museo Reina Sofía, Madrid), dessen Entstehung Matta 1937 aus der Nähe mitverfolgen konnte. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson