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Echú

Ident. Nr.: B UHP 85/13

ObjID: obj:2464822

Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin 2010
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wifredo Lam (1902 - 1982),
Künstler*in
Datierung
1950
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1950
Schenkung: Dr. M. Machado,
1950
Pyramid Galleries, Washington,
663272
Marta Gutierrez Fine Arts, Miami,
663273
M. J. Mato, Coral Gabels (US),
663274
Sotheby's New York,
400747
Galerie Folker Skulima, Berlin (West),
1988
Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch, Berlin,
17.12.2010
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 137,5 x 114,5 cm
Erwerbung
2010 Schenkung Sammlung Ulla und Heiner Pietzsch an das Land Berlin

Objektbeschreibung

Der auf Kuba geborene Lam war 1923 zum Kunststudium nach Madrid gegangen, wo er bis zu seinem Umzug nach Paris im Jahr 1938 lebte. In Paris traf er auf Pablo Picasso, lernte den Kubismus kennen und kam in Kontakt mit den Künstlern des Surrealismus. Auch der afrikanischen und ozeanischen Kunst begegnete er dort erstmals. Aus diesen Eindrücken entwickelte Lam eine transhumane Zeichenwelt, die ab Ende der 1940er-Jahre zunehmend abstrakt wird. Wie in seinem Gemälde „Echú“ setzte Lam in dieser Zeit seine formreduzierten, ornamentalen und in hellen Farben angelegten Figuren vor einen dunklen, monochromen Hintergrund. Dabei fand er eine symbolstarke Bildsprache aus Masken, Totems und Tiergestalten, die er teilweise der afro-kubanischen Religion der Santería entlehnt hatte, in der es zu Überlagerungen von unterschiedlich gekennzeichneten Welten in immer anderen Realitäten kommt. In diesem Bild beizieht sich Lam auf die Traditionen der Yoruba sowie auch der Santería. Der französische Titel „Echú“ bezieht sich auf den Götterboten Elegguá, der den Göttern die Opfergaben der Menschen bringt, mit denen sie um Unterstützung für die Erfüllung eines günstigen Schicksals bitten. Auf Kuba wird dieser Orisha (Gott) als Kontrolleur und eine Art Beschützer aller Straßen und Ecken der Welt verehrt und gilt dort insbesondere als Wächter der Hauseingänge. Gleichzeitig ist Elegguá aber auch ein Trickbetrüger, der sich gerne asozial und zerstörerisch verhält. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson