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Der erschrockene Harlekin

Ident. Nr.: HF 199

ObjID: obj:2465683

Details (Expert)

Beteiligte
Entwurf: Johann Joachim Kaendler (1706 - 1775),
Bildhauer*in
Ausführung: Königliche Porzellanmanufaktur Meißen (seit 1710),
Hersteller*in
Datierung
um 1740
Abmessungen
Höhe: ohne Bronze 16,8 cm

Objektbeschreibung

Inventareintrag: "Harlekin, montiert auf dreifüßigem Rocaillesockel aus feuervergoldeter Bronze. Er lehnt sich mit dem Gesäß an einen Baumstumpf, die Beine sind gebeugt hintereinander gestellt, der Oberkörper ist erschreckt zusammen gezogen und nach links geneigt, der Kopf mit aufgerissenem Mund nach rechts gewandt, der linke gebeugte Arm ist mit der Hand in die Hüfte gestützt, der rechte Arm ist gebeugt in Höhe des Halses erhoben, golden geränderter hechtgrauer Hut, weiße Halskrause, schwarz, rot und gelb gerautetes Wams, violetter Gürtel mit durchgesteckter Pritsche, grün, violett u. weiß gerautete lange Hosen, weiße Strümpfe und gelbe Schuhe mit roten Rosetten, grün staffierter weißer Grassockel. r. Arm und r. Hand gekittet.
Meissen, um 1740 Marke verdeckt ? Modell von Kändler Bronzemontierung Paris, Mitte 18. Jahrh. Formen-Nr. 259"

Die Figur wurde während des II. Weltkrieges zerstört und konnte nur fragmentiert geborgen werden.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Rastender Herkules (Modellnummer 382)

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Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa