Logo

Ovaler Schreibkasten mit goldenem Rankendekor

Ident. Nr.: 1881,856

ObjID: obj:2475807

Details (Expert)

Datierung
um 1600
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 11 x 40 x 15 cm

Objektbeschreibung

Der Schreibkasten war 2009 als Leihgabe im Museum für Lackkunst in Münster zur Sonderausstellung "Aus 1001 Nacht".
"Auf der nachträglich mit einer roten Lachschicht überzogenen Deckeloberseite war im Gegensatz zur Wandung bis vor der Restaurierung nur noch partiell die ursprüngliche Bemalung sichtbar, die hier wie da auf nachtblauem Grund einen goldenen Rankendekor aus Palmettformen und Lanzettblättern sowie an den Schmalseiten des Deckels goldene Musterfelder mit einem dunkelgrünen Wolkenbanddekor in Ausspartechnik trägt. Umlaufende Schriftkartuschen in elegantem goldenen nasta'liq auf rotem Grund verzieren den Deckelrand und sind mit Sinnessprüchen versehen, darunter auch zum Lob der Kalligraphie. In Ausspartechnik gestaltete nachtblaue (?) Wolkenbänder vor goldenem Fond schmücken den Sockelbereich." R. Neumann, Aus 1001 Nacht, Museum für Lackkunst Münster, 2009, Kat.Nr. 17
MAKR

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Rastender Herkules (Modellnummer 382)

Herkules ist an seinen Attributen, der lorbeerblattumrankten Keule und dem Löwenfell, zu identifizieren. Er wendet den Kopf nach links und nimmt so gewissermaßen Kontakt auf zu seiner weiblichen Pendantfigur, "Venus im Muschelwagen". Im Bestand des Kunstgewerbemuseums sind beide Figuren, in jeweils unterschiedlichen Größen, als weiß glasierte (Herkules, Inv. Nr. DM 8) bzw. staffierte Versionen (Venus, Inv. Nr. O-1990,94) vorhanden.Bei der hier besprochenen Herkulesfigur handelt es sich um ein nur schrühgebranntes Exemplar, das vermutlich wegen der Brandrisse, v.a. am Sockel unterhalb des rechten Fußes, nicht in den Glasurbrand gegeben wurde. Abgesehen vom Scherben ist auch der geringe Größenunterschied zur glasierten Version von nur einem Zentimeter ein Indiz dafür, dass es sich nicht um das Tonmodell handelt, das bei einer Schwindung des Porzellans von 16-22 % größer sein müsste. An der detaillierten, fast überzeichneten Oberflächenmodellierung ist zu erkennen, dass der Entwerfer, Wilhelm Christian Meyer (1726-1786), die Verschleifung der Details durch die Glasur einkalkulierte. Wilhelm Christian war ambitionierter Bildhauer und Schüler seines Bruders Friedrich Elias Meyer (1723/24 - 1785). Letzterer war Modellmeister bei der KPM und holte seinen jüngeren Bruder 1766 an die Berliner Porzellanmanufaktur.Weiterführende Informationen sind zu finden in: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 307-309, Kat.Nr. 41; Claudia Kanowski, in: C.Kanowski / L. Lambacher: Tönerne Welten. Figürliche Keramik aus sechs Jahrhunderten. Eine Bestandsaufnahme im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, Sonderdruck aus: Keramos (2015/I), Heft 227, S. 24-27, Abb. S. 26.ClKa