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Rosen und Pfingstrosen in der Vase

Ident. Nr.: NG 20/18

ObjID: obj:2559861

Schenkung Volker Westphal
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Robert Breyer (1866 - 1941),
Künstler*in
Datierung
1921
Weitere Titel
Sammlungstitel: Rosen und Pfingstrosen in der Vase
Übersetzung: Roses and Peonies in a Vase
Provenienz
Auktion: Bernd Rieber, Stuttgart,
14.10.2008
Auktion: Bernd Rieber, Stuttgart,
24.03.2009
Auktion: Bernd Rieber, Stuttgart,
23.09.2009
Volker Westphal, Berlin,
vermutlich September 2009 - 2018
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 75 x 60 cm
Erwerbung
2018 Schenkung Volker Westphal

Objektbeschreibung

Die sorgfältig ausgeführten Gemälde des wesentlich als Interieur- und Stilllebenmaler tätigen Breyer zeugen von einem ausgeprägten Sinn für gepflegte Inneneinrichtungen, ein Hang zum Dekorativen herrscht vor. Nach Jahren als aktives Mitglied der Berliner Secession leitete er von 1914 bis 1933 als Nachfolger von Carlos Grethe eine Malklasse an der Stuttgarter Akademie. Durch den Kriegsdienst als Reserveoffizier begann seine Tätigkeit dort allerdings erst 1916. Breyer vermittelte in Stuttgart die Malweise des deutschen Impressionismus Berliner Prägung. Er war damit moderner als sein Vorgänger, doch unterdessen konventionell im größeren Vergleich. Sein eigener Malstil veränderte sich kaum. Dieses Stillleben zeigt einen Strauß in einem braun glasierten Steinzeugkrug. Dasselbe Gefäß mit senkrecht verlaufendem Dekor und zwei seitlich angesetzten Griffen stellte er auch auf dem 1921 datierten Werk „Stillleben mit Gladiolen“ (vermutlich Privatbesitz) dar. Das auf dem vorliegenden Gemälde leicht gedrehte Gefäß ist außerdem mit einer Jahreszahl versehen, es handelt sich um einen Krug aus dem 18. Jahrhundert, auch damals schon ein Sammlerstück. Die Stillleben Breyers aus den Kriegs- und Nachkriegsjahren sind in einer trüberen Farbigkeit gehalten als jene der Berliner Zeit. Gedeckte Braun-, Gelb- und Rottöne dominieren. Ob das am Zeitgeist lag oder als Anpassung an das neue künstlerische Umfeld zu bewerten ist, muss offenbleiben. Später hellte sich seine Palette wieder auf. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson