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Koppchen mit Untertasse mit Darstellung eines europäischen, musizierenden Paars ("Chine de commande")

Ident. Nr.: 1902,175 a,b

ObjID: obj:2576411

Details (Expert)

Datierung
Qing-Dynastie, Qianlong-Ära (1735-1796), um 1740/50
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe: 3,3 cm (Koppchen)
Durchmesser: 7,3 cm (Koppchen)
Höhe: 2 cm (Untertasse)
Durchmesser: 11,8 cm

Objektbeschreibung

Ein weiteres, form- und dekorgleiches Koppchen mit Untertasse ist im Bestand des Kunstgewerbemuseums vorhanden (1902,176 a,b).
Auf Koppchen und Unterschale dargestellt ist jeweils ein europäisch gekleidetes, aristokratisches Paar in einem knapp angedeuteten Interieur. Im Hintergrund bzw. auf der Rückseite des Koppchens ist eine miniaturhaft kleine Stadtansicht zu sehen. Der Mann mit Spitzenkragen spielt ein gitarren- oder lautenartiges Zupfinstrument. Die Frau stützt ihren Kopf versunken in die linke Hand und legt ihre Rechte auf eine Art Balustrade, die aus eigentümlichen, an Orgelpfeifen erinnernden Ornamenten besteht. Davor steht ein kleiner Hund auf den Hinterbeinen. Mit ihrer Handbewegung scheint die Frau den Hund zu beschwichtigen, um ungestört der Musik lauschen zu können. Links neben der Frau steht eine große Deckelvase, die eher chinesisch als europäisch erscheint. Das Interieur wird durch einen Tisch angedeutet, auf dem ein Kännchen und eine Schale stehen, rechts an der Wand ist ein Wandblaker dargestellt. Die Stadtlandschaft im Hintergrund hat europäische und chinesische Elemente. Die Zinnen auf dem Turm wirken europäisch, die Figuren auf der Bogenbrücke chinesisch.
Im Berliner Kunstgewerbemuseum gibt es ein Sammlungskonvolut von sog. „Chine de commande“-, also chinesischem Exportporzellan. Das abgebildete Koppchen mit Unterschale gehört dazu. Das Konvolut umfasst heute noch gut 70 Porzellane – Teller, Koppchen mit Unterschalen, kleine Vasen –, die in Kupferstichmanier, also mit Schwarz, teilweise, wie hier, in Verbindung mit Akzenten in Eisenrot und Gold, staffiert sind. Die Sammlung gelangte im Jahr 1902 testamentarisch in den Bestand des Kunstgewerbemuseums. Angelegt worden war sie in Amsterdam von Sophie Eltzbacher, geb. Raffalovich (1845–1900). Diese stammte aus der heutigen Ukraine und hatte 1863 den in Köln und Amsterdam tätigen Bankier Gustav Eltzbacher (1832-1901) geheiratet. Vermutlich hatte Frau Eltzbacher, deren Tochter in Berlin verheiratet war, zu Lebzeiten in Kontakt mit dem Berliner Kunstgewerbemuseum gestanden. In dessen Beständen befanden sich damals umfangreiche außereuropäische Sammlungen, darunter Ostasiatika, und auch bereits Chine de commande-Porzellane. // Lit.: Claudia Kanowski: Koppchen und Unterschale mit musizierendem europäischem Paar, in: Matthias Weiß, Tanja Michalsky (Hg.): Blick Richtung Europa? Dreißig 'außereuropäische' Objekte geben Antwort, München, S. 32-41

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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