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69 93/94 K III 1681-2400 Majolika vollständig 1. Juni 1960 gez. Sch. [Schönberger, Arno] v.B [= Lfd.-Nr. K 01681-K 02400 aus Inventarbuch III Kunstkammer K 1681-2400 Majolika]

Ident. Nr.: IV_KGM-K_SKK_SN_00069-00069_LZ_1875-1875_1

ObjID: obj:3092512

Provenienz und Bestand. Online-Publikation der Erwerbungsbücher und Zugangsverzeichnisse der Staatlichen Museen zu Berlin. Gefördert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien

Details (Expert)

Beteiligte
zugeschrieben: Kunstgewerbemuseum Berlin (1879 -),
Folgeherausgeber*in
zugeschrieben: Kunstgewerbemuseum Berlin (1879 -),
Verwalter*in
Zuschreibung unsicher: Königliche Kunstkammer und Alterthums-Sammlung (um 1599),
Verfasser*in
Datierung
Entstehungsjahr: 1875
Entstehungszeit: 1875-1875
Zugangszeitraum: 1875-1875
Weitere Titel
Sammlungstitel: 69 93/94 K III 1681-2400 Majolika vollständig 1. Juni 1960 gez. Sch. [Schönberger, Arno] v.B [= Lfd.-Nr. K 01681-K 02400 aus Inventarbuch III Kunstkammer K 1681-2400 Majolika]
Kunstgewerbemuseum: Archivkiste 69 K 1681-2400
Geografische Bezüge
Material / Technik
Abmessungen
Höhe x Breite: 25 x 15 cm (1)

Objektbeschreibung

Kollationsvermerk: handschriftlich mit Seitenzahlen, einseitiger Scan mit 198 Seiten, S. 1-98

Letzte Aktualisierung: 17.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Schoßjacke mit Blüten- und Wellenranken

Schoßjacke mit Blüten- und Wellenranken

Der Reiz dieser Schoßjacke liegt in der Kombination von femininem Stoff und Ausputz mit einem am männlichen Habit orientierten Schnitt. Das cremefarbene Seidengewebe mit strukturiertem Grund, Cannetillé, zeigt wellig aufsteigende Bänder mit kleinen blauen Blüten, die Kanten der Bänder sind von feinen grünen Ranken und weißen Blüten konturiert. Daraus wachsen geschwungene Rosensträuße empor. Blüten und Blätter sind in dreierlei Rosatönen und zwei unterschiedlichen Grüntönen fein gezeichnet. Beim Zuschnitt der Jacke mit anliegendem Rücken wurde höchste Sorgfalt auf die achsensymmetrische Aufteilung des Musters gelegt, sodass trotz der Verwendung oft kleinerer Gewebeteile ein harmonisches Gesamtbild entstand. Dies zeigt deutlich die Musteranordnung auf den abstehenden, „en raquette“ endenden Flügelmanschetten. Die Kanten der Manschetten sind mit farblich passendem Posamentenbesatz – kleinen, zu Blüten angeordneten „Fliegen“ – verziert. Hierfür wurden lose umeinander gewundene Seidengarne an einem schmalen Bändchen fixiert, geknotet und vor dem Knoten abgeschnitten. Dadurch springen die Enden der Fasern auf und ergeben die luftigen Gebilde.Die Jacke ist im Rücken neben der Mittelnaht mit zwei Fischbeinstäben leicht versteift und vollständig gefüttert. Ihre kurzen, rundum angesetzten Schöße sind, wie die der Herrenröcke, seitlich in Falten gelegt und wie diese am Ansatz mit einem Zierknopf markiert. Eine zwischen Oberstoff und Futter eingearbeitete leichte Versteifung verleiht den Schößen ihre graziös abstehende Form. So wird die schmale Taille besonders hervorgehoben.Auch die auf den vorderen Schößen aufgesetzten Taschenpatten wurden als Zierelement der Herrenmode entlehnt. Sechs Knöpfe entlang der vorderen Ausschnittkanten dienten einer dekorativen Schnürung über dem Stecker. CW

Kelchglas mit Bildnis Friedrich II. von Preußen

Kelchglas mit Bildnis Friedrich II. von Preußen

Pokal aus farblosem, manganstichigem Glas, Abrissnarbe am Boden, Glockenfuß mit einem Facettenfries in Schälschliff, der Schaft aus Nodus und gekehltem Übergang zum massiven Kugelbaluster mit fünf konzentrisch eingestochenen Luftblasen ist wabenfacettiert, der Übergang zur becherförmigen Kuppa gekehlt und ebenfalls wabenfacettiert. Am Eisboden der sich konisch darüber weitenden Kuppa wiederholt sich der Luftblasendekor vom Schaft sowie der radiale Facettendekor vom Fuß. Die Schauseite der Kuppa zeigt eine bekrönte Rollwerkkartusche mit dem mattgeschnittenen Profilbildnis König Friedrichs II. in Harnisch, die Haare zum Zopf gebunden; darüber die Inschrift: Es lebe der König. Den verwärmten Mündungsrand ziert ein fein geblänkter Perlfries. Dieser Pokal aus der Zechliner Glashütte zeigt ein Brustbild des als Friedrich der Große bekannten Preußenkönigs Friedrich II. (1713–1786), jugendlich kräftig in Harnisch. Die Darstellung geht auf eine Silbermünze von Johann Conrad Marmé (1710–1772) aus dem Jahr 1751 zurück (vgl. Münzkabinett SMPK, Inv. Nr. 18205935). Sie diente auch einem anderen Zechliner Glasschneider für einen Pokal mit Vergoldung als Vorbild (Baumgärtner, Porträtgläser, 1981, Abb. 16, S. 24). In der frühen Neuzeit ließ man mit derartigen Vivatgläsern seinen Landesherren mit dem Zutrunk aus einem gläsernen Pokal hochleben und trank auf seine Gesundheit. Sie werden daher auch als Gesundheitsgläser bezeichnet. [Verena Wasmuth]MAKR

Aeneas und Anchises

Aeneas und Anchises

Figurengruppe auf rundem Sockel. Dargestellt sind der bärtige, muskulöse Aeneas, der seinen alten Vater Anchises auf dem Rücken trägt, sowie rechts von Aeneas dessen kleiner Sohn Ascanius. Der Modelleintrag (637) lautet: "Eine Gruppe der größten Art stellt den Aeneas vor, wie er, bei der Eroberung von Troja durch den Achilles, einen großen griechischen Heerführer, seinen alten Vater Anchises auf den Rücken nahm und ihn mit seinem Sohn Ascanius in völlige Sicherheit brachte." Aeneas trägt ein Löwenfell um die Hüfte und ist ansonsten unbekleidet. Anchises ist, der antiken Sage folgend, als schwacher und blinker Greis dargestellt. Er gleitet seinem Sohn fast vom Rücken. In seiner Linken hält er eine Figur, das Palladion – die Schutzgottheit der Familie. Sein Kopf ist mit einem zu einem Beutel gebundenen Tuch bedeckt, das bis nach unten reicht und auch seinen Unterkörper verhüllt. Ascanius blickt zurück (imaginär in das brennende Troja und Ausschau haltend nach seiner Mutter), er hält in der Rechten ein Räuchergefäß. Die monumentale Porzellangruppe datiert von 1766 und bildet, den Forschungen von Dorothee Heim zufolge, den Auftakt der Mitarbeit des Bildhauers Wilhelm Christian Meyer bei der KPM Berlin. Der pyramidale Aufbau unterstreicht den bildhauerischen Anspruch der Gruppe, deren Gestaltung die Herkunft Meyers als Großbildhauer zu erkennen gibt. Hierfür spricht auch das für eine Porzellanarbeit ungewöhnlich große Format von 46,3 cm Höhe. Brandrisse zeugen davon, dass die Manufaktur bei der Ausführung an die Grenzen ihrer technischen Möglichkeiten ging. Zwei weitere weiß glasierte Ausformungen befinden sich im Museum Schloss Fasanerie (Eichenzell bei Fulda) und im Nationalmuseum Stockholm.Lit.: Dorothee Heim, Die Berliner Porzellanplastik und ihre skulpturale Dimension 1751-1825. Der Sammlungsbestand des Kunstgewerbemuseums Staatliche Museen zu Berlin (=Bestandskatalog XXVI. des Kunstgewerbemuseums SMB), Berlin, Regensburg 2016, S. 238-243, Kat. Nr. 20.ClKa

Großer Trichterpokal mit Kugel- und Olivenschliff

Großer Trichterpokal mit Kugel- und Olivenschliff

Kelch aus farblosem, etwas gelbstichigem Glas, schlierig, Abrissnarbe am Boden, angesetzter Massivbalusterschaft mit kleiner Luftblase, über einer Ringscheibe ist die trichterförmige Kuppa mit einem Kranz aus zwei versetzten, polierten Oliven verziert, der untere mit einem Rahmen aus mattierten Perlen, darüber ein Fries aus Vögeln und Blumen zwischen geblänkten Kugelungen, Mündungsrand verwärmt. Der Trichterpokal gehört zu einer Gruppe von formähnlichen Gläsern mit böhmisch anmutendem Dekor aus der Zeit vor 1700, die in der Literatur nach Brandenburg verortet wird (vgl. Poser, Berliner Becher, 2017; Fischer, Gläserne Pracht, 2011, Kat. 98, S. 83, Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001, Kat. 131, 133–136, 166–168; Rückert, Die Glassammlung, 1982, Bd. 2, Kat. 800–802, Taf. 245; Schmidt, Brandenburgischer Gläser, 1914, Taf. 4.2). Allein sechzehn Exemplare sind im Bestand der Stiftung Stadtmuseum Berlin vorhanden (publiziert im Themenportal "Brandenburgisches Glas" auf museum-digital.de). Nahezu identische Gläser wurden zeitgleich auch im Riesengebirge hergestellt (vgl. Wierzchucka/Kügler, Barockes Glas, 2016, Kat. 20, S. 46; Jentsch, Licht und Rausch, 2004, Abb. 27, S. 49; Brožová, Sklo v Praze, Ars Vitraria 9, 1989, S. 17). Eine zweifelsfreie Zuschreibung ist unmöglich. Karl-Heinz Poser hat für ihn den Begriff "Potsdamer Kelch" geprägt (Poser, Berliner Becher, 2017). Trifft die Potsdamer Herkunft zu, hat diese charakteristischen Trichterpokale wohl ein in Berlin ansässiger, böhmischer Glasschneider veredelt. Dass hingegen auch andere zeitgenössische Kreideglashütten in Brandenburg Glasschneider beschäftigten, ist dokumentiert. Ab 1654 bis in die 1670er Jahre waren in Marienwalde und Grimnitz drei Brüder Gampe aus Böhmen tätig. Die Standorte Pinnow bei Oranienburg und Zerpenschleuse bei Wandlitz haben der Potsdamer Hütte um 1690 Konkurrenz gemacht und könnten ebenso gut die Rohlinge zur Weiterveredlung beispielsweise nach Berlin geliefert haben (Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, S. 21, 35, 112). [Verena Wasmuth]MAKR

Sogenannte Taufschale Widukinds 
aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford

Sogenannte Taufschale Widukinds aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger/Herford

Bei der flachen Schale aus Serpentin handelt es sich wahrscheinlich um ein Werk spätantiker Steinschneidekunst. Die Montierung aus vergoldeter Bronze, die den Rand der Steinschale elegant umfasst und zugleich durch eine Fingeröse mit Daumenplatte eine Handhabe bildet, stammt dagegen erst aus dem hohen Mittelalter. Das vegetabile Ornament auf dem stark abgenutzten Deckblech der Daumenplatte sowie der epigrafische Befund und die Reimart der außen umlaufenden Inschrift + MUNERE TAM CLARO DITAT NOS AFFRICA RARO („Mit einer so prächtigen und seltenen Gabe beschenkt uns Afrika“), ein zweisilbig reiner leoninischer Hexameter, sprechen für eine Datierung in das 12. Jahrhundert. Das schlichte Gerät unbestimmter liturgischer Funktion stammt aus dem Schatz des Stiftes St. Dionysius zu Enger, das 1414 an die Johanniskirche in der Herforder Neustadt übergesiedelt war. Durch die 1810 erfolgte Säkularisation gelangte der Kirchenschatz in den Besitz des Königreichs Westfalen und nach dessen Untergang 1813 in das Eigentum des preußischen Staates. Aufbewahrt wurde er zunächst weiterhin in der Herforder Johanniskirche. Während die meisten Teile des Dionysius-Schatzes 1885 in das Berliner Kunstgewerbemuseum überführt wurden, hatte die Stadt Herford in eigentümlicher Auslegung der Besitzverhältnisse die Serpentinschale bereits im Oktober 1840 dem preußischen König Friedrich Wilhelm IV. (* 1795, reg. 1840–1861) als Huldigungsgeschenk überreicht. Über die Königliche Kunstkammer gelangte sie schließlich 1876 gleichfalls in das Berliner Kunstgewerbemuseum.Eine erstmals 1743 in Carl Ludwig Storchs Verzeichnis der in Herford befindlichen Reliquiæ Widekindi Magni fassbare, vermutlich aber bereits deutlich früher entstandene legendenhafte Lokaltradition deutete die Serpentinschale im Sinne einer Berührungsreliquie als „Das Geschirr, woraus Widekindus soll getruncken haben“. Erst im dritten Viertel des 19. Jahrhunderts verbreitete sich die Annahme, es handele sich um die Taufschale des Widukind. Diese Interpretation nahm indirekt Bezug auf die Mitteilung in den Annales Mosellani, wonach Karl der Große nach der 785 in Attigny erfolgten Taufe des Sachsenführers seinen früheren Gegner „mit großartigen Geschenken ehrte“ („et domus rex suscepit eum a fonte ac donis magnificis honoravit“, MGH SS XVI, p. 497). Die ‚historische‘ Deutung der Steinschale als eine jener Gaben Karls des Großen und damit als materielles Zeugnis der Christianisierung der Sachsen wurde auch auf das karolingische Reliquiar in Bursenform aus dem Schatz des Dionysius-Stiftes übertragen, das sich ebenfalls im Berliner Kunstgewerbemuseum befindet (Inv. Nr. 1888,632). LL