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Ident. Nr.: N (74 F) 11/2025

ObjID: obj:3753530

Details (Expert)

Datierung
Fotografische Aufnahme: 1870/1900
Systematik/Art
Geografische Bezüge
Herkunft (Allgemein): Maine, USA
Abmessungen
Gewicht: 11 g
Höhe x Breite x Tiefe: 12,5 x 8 x 0,1 cm

Objektbeschreibung

Hochformat, Unikat, Porträt in Passepartout. Das rötlichbraune Passepartout mit ovaler Aussparung hat am Rand und um das Oval goldene Verzierungen. Darin eingelegt eine Ferrotypie, die ein circa 10 Monate altes Kind zeigt, das in einem Kinderwagen sitzt. Vermutlich handelt es sich um ein Mädchen, da die Bekleidung ein helles Kleid mit kurzen Ärmeln zu sein scheint. Auf den Schultern jeweils eine Schleife aus dunklerem Stoff. Das Kind schaut frontal in die Kamera, es hat noch sehr wenige Haare.  Die rechte Hand liegt auf dem rechten Bein, die linke Hand hält einen Ledergurt, der das Kind im Wagen sichert. Im Rücken des Kindes ist ein dunkles Kissen, das die sitzende Position des Kindes unterstützt. Die Füße des Kindes werden von der Fußstütze des Kinderwagens verdeckt. Der Kinderwagen aus dunklem Material hat vorne kleinere, eng beieinanderstehende Räder, hinten große, weiter auseinanderstehende Räder. Das Verdeck befindet sich im Rücken des Kindes, dahinter ist auch die Schiebestange, so dass das Kind beim Schieben in Fahrtrichtung sitzt.
Der Hintergrund ist eine monochrome Studioleinwand (nur zu sehen, wenn man das Foto aus dem Passepartout entnimmt). Der Wagen steht auf einem Dielenboden (nur zu sehen, wenn man das Foto aus dem Passepartout entnimmt).
Auf der Rückseite ist mit Bleistift vermutlich der Preis "7.50" notiert.

Die Ferrotypie stammt aus dem Besitz der Familie der Schenkerin und kommt somit vermutlich aus den USA (ev. Ostküste, Maine).
Über die dargestellte Person gibt es keinerlei Hinweise/weiteren Informationen. DaDas Unikatverfahren der Ferrotypie ist eine Weiterentwicklung des Verfahrens der Ambrotypie, bei der eine Collodiumschicht auf eine Glasplatte aufgebracht wird. Bei der Ferrotypie wird die Glasplatte ersetzt durch ein schwarz lackiertes Eisenblech. Auch hier erscheinen wie bei der mit schwarzem Untergrund hinterlegten Glasplatte der Ambrotypie in der Realität helle Partien (z.B. helle Kleidung) hell ab und in der Realität dunkle Partien (z.B. dunkle Kleidung) durch den dunklen Untergrund dunkel. Man spricht dabei auch von einem Scheinpositiv-Verfahren, da die Collodiumbeschichtung de facto ein Negativ darstellt, das durch den dunklen Untergrund als Positiv erscheint. Ferrotypien waren dabei in der Herstellung einfacher und günstiger als Ambrotypien sowie weit weniger zerbrechlich als Ambrotypien. Das Verfahren wurde 1853 von Adolphe Alexandre Martin in Paris vorgestellt und fand ab ca. 1855 Verwendung. Besonders populär war es in den USA, wo es 1856 von Hamilton Lamphere Smith patentiert wurde. In den USA sprach man auch leicht abwertend auch von tintypes („Blechdrucken“), da die Fotografien recht günstig waren und so die Porträtfotografie der jungen Einwanderungsgesellschaft in den USA demokratisierte.

Letzte Aktualisierung: 31.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

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