Selbstbildnis
Ident. Nr.: NG 1/25
ObjID: obj:3795474
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Alte Nationalgalerie
E-Mail:
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Datierung: um 1810
- Material / Technik
- Öl auf Holz
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 21 x 16 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3795474
Objektbeschreibung
Mit seinem Selbstbildnis als Trompe-l'œil berief sich der Anfang 20-jährige Wilhelm Herbig auf eine bis in die Renaissance zurückreichende Praxis, mit der die Künstler an Hand von virtuos gemalten, augentäuschenden Bildern ihre Könnerschaft demonstrierten. Selbstbewusst zum Gegenüber blickend, zeigt sich Herbig im dunklen Rock mit weißem, etwas asymmetrisch geratenem Hemdkragen und einer sich leicht auftürmenden Frisur, die Energie und Kreativität ausdrücken soll. Der sympathisch wirkende junge Mann präsentiert – wohl nicht ohne Stolz – das seinen Beruf bezeichnende Malzeug. Eine halbvolle Flasche, eine Palette mit zwei Pinseln und ein Stift liegen auf einem Tisch bzw. Regal, hinter dem an einer Wand ein Papierbogen mit Reißzwecken befestigt ist, auf dem Herbigs Selbstbildnis erscheint. Ein besonders illusionistischer Effekt entsteht dadurch, dass sich die linke untere Ecke des Bogens von der Wand gelöst hat, der sich mit einem deutlich sichtbaren Riss im Papier nach oben wölbt. Der in Potsdam geborene Maler hatte an der Berliner Akademie studiert. 1813, wenige Jahre nach der Entstehung des Selbstbildnisses, schloss er sich der Freiheitsbewegung gegen Napoleon an, aus der er wegen einer Erkrankung bald wieder ausschied. Herbig spezialisierte sich auf Porträts und Figurenbilder und stellte zwischen 1804 und 1862 regelmäßig in der Akademie aus. 1823 wurde er deren Mitglied und unterrichtete ab 1829 die Zeichenklasse. Seit 1845 war er Vizedirektor der Akademie unter Gottfried Schadow. In der Sammlung der Nationalgalerie befindet sich neben diesem frühen Selbstbildnis das 1824 entstandene Gemälde „Die Familie des Künstlers“, das die Ehefrau mit ihren sechs Kindern sowie im Hintergrund den heimkehrenden Vater zeigt (NG 6/92). | Birgit Verwiebe
Letzte Aktualisierung: 21.11.2025
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Alte Nationalgalerie
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