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Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Buddha-Vita: Vier Begegnungen (ikonisch)

Ident. Nr.: II 650 113r-114r

ObjID: obj:3831712

Details (Expert)

Beteiligte
König Tāk Sin (17.4.1734–6.4.1782),
Auftraggeber*in; Inschrift
Luang Phetchawakam (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Nam (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Bunsa (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Rueang (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Bunchan (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Chet (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Son (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Thongkham (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Chao Phraya Si Thammathirat (1776),
Papierherstellung; Inschrift
Somdet Phra Sangkharat (1776); Inschrift
Adolf Bastian (26.6.1826 - 3.2.1905),
Sammler*in; Archive
Gerini (1895),
Veräußerung; Archive
Kempermann (1882); Archive
Datierung
Datierung: Dienstag, 24. September 1776
Weitere Titel
Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Buddha-Vita: Vier Begegnungen (ikonisch)
Übersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Life of the Buddha: the Four Sights (iconic)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)
Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)
Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)
Gewicht: 5,6 kg
Erwerbung
Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895

Objektbeschreibung

2 Vier schicksalhafte Begegnungen (fols. 113r-114r)
Der Buddha ist Erstgeborener einer königlichen Familie und soll eigentlich später einmal König werden. Doch auf prunkvollen Ausfahrten in den königlichen Lustgarten begegnet ihm erst ein Kranker, dann ein Alter, schließlich sieht er zum ersten Mal einen Toten (links oben). Erschüttert erkennt er, dass auch sein Dasein als Prinz ihn nicht vor Krankheit, Alter und Tod schützen wird. In dieser Krise sieht er einen in sich ruhenden Mönch. Der Buddha beschließt, statt König lieber Mönch zu werden.

Acht Szenen aus dem Leben des Buddha
Im Traiphum-Manuskript finden sich acht Szenen aus dem Leben des Buddha. Dieses Thema ist sonst eher Teil von Wandmalereien in Tempeln und schmückte selten Manuskriptseiten. Eine Besonderheit in dieser Handschrift ist, dass der Buddha in Szenen, in denen er noch in ein weltliches Leben eingebunden ist (1, 2), in menschlicher Gestalt erscheint. In allen anderen Szenen, in denen er sich schon auf seinem spirituellen Weg befindet, ist er nur noch durch ein Symbol im Bild vertreten.
Die Szenen aus dem Leben des Buddha folgen in diesem Manuskript nicht überall der Reihenfolge der Episoden in thailändischen Texten. Die chronologisch korrekte Abfolge wäre (1), (2), (3), (4), (6), (8), (7), (5). Warum die Szenen hier durcheinandergewürfelt wurden, ist noch nicht geklärt. Eventuell hat man sich von der freieren räumlichen Anordnung von Buddhalebensszenen in den Wandmalereien der Tempel dazu inspirieren lassen.



Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/

Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).

Letzte Aktualisierung: 03.11.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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