Hundert Blumen und hundert Insekten
Ident. Nr.: 251
ObjID: obj:464362
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- Edo (Tokugawa)-ZeitMitte 18. Jh.
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Hängerolle, Tusche und Farben auf Seide
- Abmessungen
- Bildmaß: 125 x 40,2 cmHöhe x Breite: 221,5 x 56,3 cm (Montierung)Gewicht: < 2 kg
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/464362
Objektbeschreibung
In leuchtenden Farben komponierte Yanagisawa Kien, der zu den Pionieren der von chinesischen und koreanischen Vorbilder inspirierten japanischen Literatenmalerei zählt, vor einem exotisch indigoblau eingefärbten Hintergrund eine üppige Sinfonie von Blumen der vier Jahreszeiten. Mannigfaltige, mit hohem Realitätsgrad dargestellte Insekten – Libellen, Schmetterlinge, Heuschrecken – umgarnen lebhaft die Blütenpracht. Trotz des dekorativ anmutenden Effekts ist diese Darstellung nicht bloß ein gefälliger Wandschmuck, sondern kann als Resultat von Kiens eingehendem Studium der Pflanzenkunde betrachtet werden. Diese gehörte zu Beginn des 18. Jahrhunderts zu den Lieblingsbeschäftigungen der sinophilen Intellektuellen Japans, die überwiegend dem Schwertadel entstammten.
Kien wurde von Gion Nankai (1677–1751) in die Literatenmalerei eingeführt, wobei er sich besonders in der exzentrischen Fingermalerei hervortat. In dieser Manier sind heute einige Bambusdarstellungen von seiner Hand erhalten. Zudem beschäftigte er sich mit der von der Ming-zeitlichen Malakademie beeinflussten Nagasaki-Schule. Polychrome Darstellungen wie diese Hängerolle sind wohl ein Produkt dieser Auseinandersetzungen. Ein ähnliches Werk Kiens befindet sich im Besitz der Kunstakademie in Tokyo.
Letzte Aktualisierung: 15.12.2025
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de