Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Buddha-Vita: Buddha predigt seiner Mutter im Tāvatiṃsa-Himmel
Ident. Nr.: II 650 119r-120r
ObjID: obj:3831715
Details (Expert)
- Beteiligte
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Datierung
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematik/Art
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Buddha-Vita: Buddha predigt seiner Mutter im Tāvatiṃsa-HimmelÜbersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Life of the Buddha: the Buddha preaches to his mother in the Tāvatiṃsa heaven
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter, hölzerner Einbanddeckel
- Abmessungen
- Blattmaß: 52,0 x 23,5 cm (Maße einer Faltseite)Länge: 31,95 m (Gesamtlänge des entfalteten Manuskripts auf je einer Seite, d.h. 31,95 m recto; 31,95 m verso)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts mit Einbanddeckeln)Gewicht: ca. 2 kg
- Erwerbung
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3831715
Objektbeschreibung
7 Der Buddha predigt seiner Mutter im Himmel (fols. 119r-120r)
Die Mutter des Buddha starb kurz nach dessen Geburt und wurde im Tushita-Himmel wiedergeboren. Nach der Erleuchtung steigt der Buddha für drei Monate in Indras Himmel auf und lehrt dort buddhistische Philosophie.
Während seiner Predigt sitzt der Buddha (in der Mitte des Bildes symbolisiert durch eine goldene Flamme) auf dem Thron des Götterkönigs Indra. Indra selbst (grünhäutig) sitzt im Publikum. Rechts lauschen die Mutter des Buddha und weitere Frauen der Predigt.
Acht Szenen aus dem Leben des Buddha
Im Traiphum-Manuskript finden sich acht Szenen aus dem Leben des Buddha. Dieses Thema ist sonst eher Teil von Wandmalereien in Tempeln und schmückte selten Manuskriptseiten. Eine Besonderheit in dieser Handschrift ist, dass der Buddha in Szenen, in denen er noch in ein weltliches Leben eingebunden ist (1, 2), in menschlicher Gestalt erscheint. In allen anderen Szenen, in denen er sich schon auf seinem spirituellen Weg befindet, ist er nur noch durch ein Symbol im Bild vertreten.
Die Mutter des Buddha starb kurz nach dessen Geburt und wurde im Tushita-Himmel wiedergeboren. Nach der Erleuchtung steigt der Buddha für drei Monate in Indras Himmel auf und lehrt dort buddhistische Philosophie.
Während seiner Predigt sitzt der Buddha (in der Mitte des Bildes symbolisiert durch eine goldene Flamme) auf dem Thron des Götterkönigs Indra. Indra selbst (grünhäutig) sitzt im Publikum. Rechts lauschen die Mutter des Buddha und weitere Frauen der Predigt.
Acht Szenen aus dem Leben des Buddha
Im Traiphum-Manuskript finden sich acht Szenen aus dem Leben des Buddha. Dieses Thema ist sonst eher Teil von Wandmalereien in Tempeln und schmückte selten Manuskriptseiten. Eine Besonderheit in dieser Handschrift ist, dass der Buddha in Szenen, in denen er noch in ein weltliches Leben eingebunden ist (1, 2), in menschlicher Gestalt erscheint. In allen anderen Szenen, in denen er sich schon auf seinem spirituellen Weg befindet, ist er nur noch durch ein Symbol im Bild vertreten.
Die Szenen aus dem Leben des Buddha folgen in diesem Manuskript nicht überall der Reihenfolge der Episoden in thailändischen Texten. Die chronologisch korrekte Abfolge wäre (1), (2), (3), (4), (6), (8), (7), (5). Warum die Szenen hier durcheinandergewürfelt wurden, ist noch nicht geklärt. Eventuell hat man sich von der freieren räumlichen Anordnung von Buddhalebensszenen in den Wandmalereien der Tempel dazu inspirieren lassen.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Letzte Aktualisierung: 20.10.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de