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Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: von unten nach oben: Temiya-Jātaka (Nr. 1 von 10): Geschichte vom taubstummen Temiya

Ident. Nr.: II 650 095v-096v

ObjID: obj:3832471

Details (Expert)

Beteiligte
König Tāk Sin (17.4.1734–6.4.1782),
Auftraggeber*in; Inschrift
Luang Phetchawakam (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Nam (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Bunsa (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Rueang (1776),
Miniaturmaler*in; Inschrift
Nai Bunchan (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Chet (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Son (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Nai Thongkham (1776),
Schreiber*in; Inschrift
Chao Phraya Si Thammathirat (1776),
Papierherstellung; Inschrift
Somdet Phra Sangkharat (1776); Inschrift
Adolf Bastian (26.6.1826 - 3.2.1905),
Sammler*in; Archive
Gerini (1895),
Veräußerung; Archive
Kempermann (1882); Archive
Datierung
Datierung: Dienstag, 24. September 1776
Weitere Titel
Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: von unten nach oben: Temiya-Jātaka (Nr. 1 von 10): Geschichte vom taubstummen Temiya
Übersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: from bottom to top: Temiya-Jātaka (no. 1 of 10): story of the deaf and mute Temiya
Geografische Bezüge
Abmessungen
Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)
Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)
Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)
Gewicht: 5,6 kg
Erwerbung
Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895

Objektbeschreibung

Temiya – der Prinz, der sich taubstumm stellte
Szene 1, unten: Als Kleinkind erlebt Prinz Temiya, wie sein Vater, der König von Benares, auf grausame Weise Gericht hält: Temiya sitzt gerade auf dem Schoß des Vaters, da werden dem König vier Räuber vorgeführt. Der Vater verhängt drastische Strafen über sie. In diesem Moment beschließt Temiya, niemals König werden zu wollen. Er stellt sich von nun an lahm, taub und stumm. Durch nichts kann man ihn, bis er 16 Jahre alt ist, aus diesem Rückzug locken.
Szene 2, oben: Als Prinz Temiya 16 Jahre alt ist, will sein Vater ihn loswerden. Der König beauftragt einen Kutscher, seinen Sohn zu einem Friedhof zu fahren, dort sein Grab zu schaufeln und den Thronfolger lebendig zu begraben. Doch nun regt sich Widerstand in Temiya. Um zu beweisen, wieviel Kraft in ihm steckt, packt Temiya die Kutsche bei der Deichsel und wirbelt sie durch die Luft. Gleichzeitig gelobt er, nie König zu werden, sondern zukünftig als Asket leben zu wollen.

Dasajati Jataka oder Thotsachat – die letzten zehn Vorleben des Buddha
Zehn Vorgeburtsgeschichten (jatakas) haben in Südostasien besondere Bedeutung erlangt. Dies sind die letzten zehn Vorgeburten des Buddha vor dessen letzter Existenz, in der er Erleuchtung erlangte. Diese Geschichten markieren die Vollendung eines langen Weges moralischer Entwicklung über viele Leben hinweg. Jede dieser zehn Geschichten steht für eine spezielle Vollkommenheit, die zu erreichen war, um schließlich ein Buddha werden zu können.



Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/

Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).

Letzte Aktualisierung: 03.11.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst