Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: von unten nach oben: Mahājanaka-Jātaka (Nr. 2 von 10)
Ident. Nr.: II 650 097v-098v
ObjID: obj:3832472
Details (Expert)
- Beteiligte
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Datierung
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematik/Art
- Weitere Titel
- Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: von unten nach oben: Mahājanaka-Jātaka (Nr. 2 von 10)Übersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: from bottom to top: Mahājanaka-Jātaka (no. 2 of 10)
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem (weißgrundigem) Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter hölzerner Einbanddeckel
- Abmessungen
- Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)Gewicht: 5,6 kg
- Erwerbung
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3832472
Objektbeschreibung
Mahajanaka – der Prinz, der Schiffbruch erlitt und so seinen Weg fand
Szene 1, unten: Mahajanaka, eigentlich ein Prinz, wächst fern von seiner Heimat bei seiner geflüchteten Mutter in einfachen Verhältnissen auf. Als er 16 Jahre alt wird, möchte er als Kaufmann sein Glück in Übersee versuchen. Doch das Schiff, das ihn dorthin bringen soll, sinkt (links). Sieben Tage lang hält er sich, unverzagt schwimmend, über Wasser, bis ihn die Göttin Manimekhala rettet (rechts) und an sichere Gestade bringt. Sie legt ihn auf einer Steinplatte in einem Mangohain ab (oben). Szene 2, oben: Wie das Leben so spielt, befindet sich die Steinplatte, auf welcher der aus dem Meer gerettete Prinz Mahajanaka sich vom Schiffbruch erholen darf, genau in dem Königreich, dessen Thronfolger er einst war. Dort wird gerade ein neuer König gesucht. Eine Delegation aus dem Palast findet Mahajanaka schlafend und entdeckt auf seinen Fußsohlen Zeichen, die ihn als geeigneten Kandidaten ausweisen. So fügt sich alles zusammen: Mahajanaka, einst geflüchtet, wird nun doch noch König.
Dasajati Jataka oder Thotsachat – die letzten zehn Vorleben des Buddha
Zehn Vorgeburtsgeschichten (jatakas) haben in Südostasien besondere Bedeutung erlangt. Dies sind die letzten zehn Vorgeburten des Buddha vor dessen letzter Existenz, in der er Erleuchtung erlangte. Diese Geschichten markieren die Vollendung eines langen Weges moralischer Entwicklung über viele Leben hinweg. Jede dieser zehn Geschichten steht für eine spezielle Vollkommenheit, die zu erreichen war, um schließlich ein Buddha werden zu können.
Zehn Vorgeburtsgeschichten (jatakas) haben in Südostasien besondere Bedeutung erlangt. Dies sind die letzten zehn Vorgeburten des Buddha vor dessen letzter Existenz, in der er Erleuchtung erlangte. Diese Geschichten markieren die Vollendung eines langen Weges moralischer Entwicklung über viele Leben hinweg. Jede dieser zehn Geschichten steht für eine spezielle Vollkommenheit, die zu erreichen war, um schließlich ein Buddha werden zu können.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Letzte Aktualisierung: 03.11.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de