Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: von unten l. nach oben und nach unten r.: Sāma-Jātaka (Nr. 3 von 10)
Ident. Nr.: II 650 099v-100v
ObjID: obj:3832473
Details (Expert)
- Beteiligte
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Datierung
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematik/Art
- Weitere Titel
- Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: von unten l. nach oben und nach unten r.: Sāma-Jātaka (Nr. 3 von 10)Übersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: from bottom left to top to bottom right: Sāma-Jātaka (no. 3 of 10)
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem (weißgrundigem) Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter hölzerner Einbanddeckel
- Abmessungen
- Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)Gewicht: 5,6 kg
- Erwerbung
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3832473
Objektbeschreibung
Sama – der hingebungsvolle Sohn
Szene 1, links unten: Sama, 16 Jahre alt, lebt mit seinen Eltern, einem Asketenpaar, in der Waldeinsamkeit. Eines Tages geschieht den Eltern ein Unglück: Auf der Suche nach Früchten geraten sie in einen Regenguß. Sie flüchten sich unter einen Baum. Doch dort wohnt in einem nahen Ameisenhaufen eine giftige Schlange. Gereizt spuckt sie ihr Gift in die Augen der beiden und diese erblinden. Nach einiger Suche findet Sama die beiden am Ort des Geschehens und gelobt, von nun an immer für sie zu sorgen.Szene 2, oben: Sama (links) ist so sanftmütig, dass Rehe ihn gerne begleiten. Jeden Tag holt er für seine blinden Eltern mit einem Tonkrug Wasser am nahen Fluss. Da entdeckt ihn der König von Benares (rechts), der auf der Jagd nach seltenen Trophäen ist. Er hält Sama für ein übermenschliches Wesen und schießt ihn an, um ihn zu Hause vorführen zu können. Doch Sama ist schwerer verwundet als beabsichtigt. Im Sterben liegend bittet er den König, von nun an Sorge für seine Eltern zu tragen.
Szene 3, rechts unten: Der König von Benares sucht die blinden Eltern des Sama auf und gesteht ihnen, dass er ihren Sohn tödlich verwundet hat. Die Eltern weinen bitterlich und bitten darum, zu Samas Leichnam geführt zu werden. Schließlich gibt es doch noch ein glückliches Ende. Denn nach einigen Stunden erwacht Sama zu neuem Leben. Die Eltern gewinnen ihre Sehkraft wieder. Der König wird Zeuge dieser Wunder und ist tief berührt.
Dasajati Jataka oder Thotsachat – die letzten zehn Vorleben des BuddhaZehn
Vorgeburtsgeschichten (jatakas) haben in Südostasien besondere
Bedeutung erlangt. Dies sind die letzten zehn Vorgeburten des Buddha vor
dessen letzter Existenz, in der er Erleuchtung erlangte. Diese
Geschichten markieren die Vollendung eines langen Weges moralischer
Entwicklung über viele Leben hinweg. Jede dieser zehn Geschichten steht
für eine spezielle Vollkommenheit, die zu erreichen war, um schließlich
ein Buddha werden zu können.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Letzte Aktualisierung: 03.11.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de