Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: Bhūridatta-Jātaka (Nr. 6 von 10): o.: Teil 1 (linker Teil); l. u.: Teil 2; r. u.: Teil 3 (linker Teil)
Ident. Nr.: II 650 103v-104v
ObjID: obj:3832475
Details (Expert)
- Beteiligte
- Somdet Phra Sangkharat (1776); InschriftKempermann (1882); Archive
- Datierung
- Datierung: Dienstag, 24. September 1776
- Systematik/Art
- Weitere Titel
- Kosmologische Prachthandschrift Traiphum („Drei Welten“); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: Bhūridatta-Jātaka (Nr. 6 von 10): o.: Teil 1 (linker Teil); l. u.: Teil 2; r. u.: Teil 3 (linker Teil)Übersetzung: Illuminated cosmological manuscript Traiphum (“Three Worlds”); Jambudīpa: Dasajāti-Jātaka: Bhūridatta-Jātaka (no. 6 of 10): top: part 1 (left portion); bottom left: part 2; bottom right: part 3 (left portion)
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Khoi-Manuskript (samut khòi) im Leporello-Format; schwarze Tinte, Deckfarben und Goldtusche auf graubraunem (weißgrundigem) Khoi-Papier, dunkelbraun lackierter hölzerner Einbanddeckel
- Abmessungen
- Blattmaß: 24,5 x 50,0 cm (Maße einer Faltseite; Höhe x Breite; Breite parallel zur Faltkante)Länge: 33,3 m (Gesamtlänge des vollständig entfalteten Manuskripts; recto und verso jeweils 33,3 m; 136 Faltsegmente)Höhe: 8 cm (Gesamthöhe des zusammengefalteten Manuskripts einschließlich der Einbanddeckel)Gewicht: 5,6 kg
- Erwerbung
- Erwerbung von Gerolamo Emilio Gerini 1895
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/3832475
Objektbeschreibung
Bhuridatta, der Schlangen-Prinz
Szene 1, oben: Um einst im Himmel wiedergeboren zu werden, betreibt der Schlangen-Prinz Bhuridatta, um eine Ameisenhaufen gewickelt, Askese.
Er freundet sich mit einem Vater und seinem Sohn an, denen er Zugang zu Schätzen verschafft. Aus Habgier verrät der Vater den Aufenthaltsort des Bhuridatta schließlich an den Schlangen fangenden Alambayana. Dieser zwingt Bhuridatta in einen Korb, um ihn später auf Marktplätzen vorzuführen und damit Gewinn zu machen. Der Verräter aber fühlt sich schlecht.
Szene 2, unten links: Von Ort zu Ort ziehend profitiert Alambayana (auf der Sänfte) enorm von Vorführungen mit dem Schlangen-Prinz Bhuridatta (hier im Korb verborgen) auf Marktplätzen. Er wird ein reicher Mann.
Szene 3, unten rechts: Schließlich kommt es zu einer Darbietung vor dem König von Benares. Doch auch zwei Geschwister des entführten Schlangen-Prinzen sind dort: Ein Bruder (in der Mitte des Platzes) und eine Schwester, welche sich in einen giftigen Frosch verwandelt hat und auf der Hand des Bruders sitzt. Gemeinsam bedrohen sie den Alambayana, den Entführer und Ausbeuter des Schlangen-Prinzes und erwirken so die Befreiung Bhuridattas.
Szene 1, oben: Um einst im Himmel wiedergeboren zu werden, betreibt der Schlangen-Prinz Bhuridatta, um eine Ameisenhaufen gewickelt, Askese.
Er freundet sich mit einem Vater und seinem Sohn an, denen er Zugang zu Schätzen verschafft. Aus Habgier verrät der Vater den Aufenthaltsort des Bhuridatta schließlich an den Schlangen fangenden Alambayana. Dieser zwingt Bhuridatta in einen Korb, um ihn später auf Marktplätzen vorzuführen und damit Gewinn zu machen. Der Verräter aber fühlt sich schlecht.
Szene 2, unten links: Von Ort zu Ort ziehend profitiert Alambayana (auf der Sänfte) enorm von Vorführungen mit dem Schlangen-Prinz Bhuridatta (hier im Korb verborgen) auf Marktplätzen. Er wird ein reicher Mann.
Szene 3, unten rechts: Schließlich kommt es zu einer Darbietung vor dem König von Benares. Doch auch zwei Geschwister des entführten Schlangen-Prinzen sind dort: Ein Bruder (in der Mitte des Platzes) und eine Schwester, welche sich in einen giftigen Frosch verwandelt hat und auf der Hand des Bruders sitzt. Gemeinsam bedrohen sie den Alambayana, den Entführer und Ausbeuter des Schlangen-Prinzes und erwirken so die Befreiung Bhuridattas.
Dasajati Jataka oder Thotsachat – die letzten zehn Vorleben des Buddha
Zehn Vorgeburtsgeschichten (jatakas) haben in Südostasien besondere Bedeutung erlangt. Dies sind die letzten zehn Vorgeburten des Buddha vor dessen letzter Existenz, in der er Erleuchtung erlangte. Diese Geschichten markieren die Vollendung eines langen Weges moralischer Entwicklung über viele Leben hinweg. Jede dieser zehn Geschichten steht für eine spezielle Vollkommenheit, die zu erreichen war, um schließlich ein Buddha werden zu können.
Zehn Vorgeburtsgeschichten (jatakas) haben in Südostasien besondere Bedeutung erlangt. Dies sind die letzten zehn Vorgeburten des Buddha vor dessen letzter Existenz, in der er Erleuchtung erlangte. Diese Geschichten markieren die Vollendung eines langen Weges moralischer Entwicklung über viele Leben hinweg. Jede dieser zehn Geschichten steht für eine spezielle Vollkommenheit, die zu erreichen war, um schließlich ein Buddha werden zu können.
Lesung und Übersetzung Thai: Peera Panarut, veröffentlicht als: Panarut, Peera, trans. 2026. Reading of the Berlin Traiphum (II 650, Museum für Asiatische Kunst, Stiftung Preußischer Kulturbesitz). Berlin. https://doi.org/10.58159/20260927-000
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Ausstellungstexte: Martina Stoye
Projekt „Sechs Meter Traiphum“: https://www.smb.museum/museen-einrichtungen/museum-fuer-asiatische-kunst/sammeln-forschen/forschung/sechs-meter-traiphum/
Publikationen:
– Martina Stoye & Peera Panarut (2026), In the Serenity of the Himavanta Forest: What the Berlin Traiphum Discloses, Petersberg: Michael Imhof Verlag. https://www.imhof-verlag.de/in-the-serenity-of-the-himavanta-forest/
– Martina Stoye & Peera Panarut (2025), „In den seligen Gefilden des Himavanta-Waldes – ein kollaboratives Forschungsprojekt zur thailändischen Prachthandschrift Traiphum“, in: Jahrbuch der Berliner Museen, Bd. 65 (2024), Berlin: Gebr. Mann Verlag, S. 37–69. https://doi.org/10.57894/jbm.2024.1.114348
– Peera Panarut (2024), „An Overview of the Thai Manuscript Collection at the Museum für Asiatische Kunst in Berlin“, in: Indo-Asiatische Zeitschrift 28, S. 4–19.
– Martina Stoye (2023), „Unfolding the Buddhist Cosmos: Towards a New Visibility of the Berlin Traiphum (Thailand, 1776) – from Indra’s Heaven to the Asura World“, in: Arts of Asia (Hong Kong), Winter 2023, S. 74–83.
– James E. Bogle (2016), Buddhist Cosmology: The Study of a Burmese Manuscript, Chiang Mai: Silkworm Books.
– Frank E. Reynolds & Mani B. Reynolds (Übers.) (1982), Three Worlds According to King Ruang: A Thai Buddhist Cosmology [Traiphum Phra Ruang von König Lithai von Sukhothai], Berkeley: Asian Humanities Press (Berkeley Buddhist Studies Series 4).
– Klaus Wenk (1965), Thailändische Miniaturmalereien nach einer Handschrift der Indischen Kunstabteilung der Staatlichen Museen Berlin, Stuttgart: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Supplementband 3).
– Klaus Wenk (1963), Thai-Handschriften, Teil 1, Wiesbaden: Franz Steiner Verlag (Verzeichnis der orientalischen Handschriften in Deutschland, Bd. IX, Teil 1).
Letzte Aktualisierung: 03.11.2026
Kontakt
Einrichtung:
Museum für Asiatische Kunst
E-Mail:
aku@smb.spk-berlin.de