Pokal mit dem großen brandenburgisch-preußischen Wappen
Ident. Nr.: O-1982,92 a
ObjID: obj:4005574
Details (Expert)
- Beteiligte
- Geografische Bezüge
- Material / Technik
- Glas in Hilfsmodel geblasen, geformt, geschliffen, geschnitten
- Abmessungen
- Höhe: 25,2 cmDurchmesser: 12,7 cm (Fuß)Durchmesser: 10,9 cm (Mündung)Wandungsstärke: 0,35 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/4005574
Objektbeschreibung
Pokal aus farblosem Glas, Abriss am Boden, leicht ansteigender Fuß mit
versenktem und mattiertem Spitzblattfries, angesetzt ein
wabenfacettierter Balusterschaft zwischen zwei ebenfalls
wabenfacettierten Nodi, der Baluster ist mit drei übereinanderliegenden
Kränzen aus eingestochenen Luftblasen verziert. Die becherförmige Kuppa
wiederholt am Ansatz den Spitzblattdekor vom Fuß und trägt auf der
Wandung das fein geschnittene große brandenburgisch-preußische Wappen,
beidseitig gehalten von Wilden Männern und unter einem mit Adlern und
der Bügelkrone bekrönten Baldachin, hinter dem rechts die Sonne strahlt,
unten: Gott mit uns. Die Gegenseite zeigt den preußischen Adler im Flug
gegen die Sonne, darunter: Nec soli cedit (Nicht [einmal] der Sonne
weicht er), die Devise des sogenannten Soldatenkönigs Friedrich Wilhelm
I. (reg. 1713–1740). Den verwärmten Mündungsrand ziert ein geblänkter
Perlfries unter einer Linie.
Bei dem Glas handelt es sich um ein Erzeugnis der Potsdamer
Glasmanufaktur, in die Regierungszeit Friedrichs I. datierend, auf den
es mit Wappen und Devise gleich zweifach Bezug nimmt. Vermutlich gehörte
ein Deckel dazu (der zugeordnete Deckel mit der Inv.-Nr. O-1982,92 b
ist zu groß). Ähnliche Deckelpokale mit dem gleichen Sujet sind
überliefert (Keisch/Netzer, Herrliche Künste und Manufacturen, 2001,
Kat. 180, 181, 191, 192, 194; Rückert, Die Glassammlung des Bayerischen
Nationalmuseums, Bd. 2, 1982, Kat. 812, S. 275, Taf. 251; Stiftung
Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, Inv. Nrn. XIII 7 und
Dln E.St. 01/26; Stiftung Stadtmuseum Berlin Inv. Nr. KH 99/1270 A;
Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 19.2 und 20.1). Pokale von
dieser Größe und mit königlichen Symbolen waren sicherlich für den Hof
bestimmt. [Verena Wasmuth]
MAKR
Letzte Aktualisierung: 06.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Kunstgewerbemuseum
E-Mail:
kgm@smb.spk-berlin.de