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Im Angesicht der sechsunddreißig Gipfel

Ident. Nr.: 1965-22

ObjID: obj:464376

Details (Expert)

Beteiligte
Kuncan 髡殘 (1612 - 1673),
Maler*in
Datierung
Qing-Dynastie, datiert 1666
Geografische Bezüge
Abmessungen
Blattmaß: 31,4 x 64,3 cm

Objektbeschreibung

Dieses Albumblatt des Malers Kuncan wurde von dem Kunsthändler Walter Höchstädter erworben. Kuncan war einer der Vier Großen Mönchsmaler und zählt zu den Individualisten der frühen Qing-Dynastie.
Dieses Albumblatt war noch in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts zusammen mit drei weiteren Blättern als Querrolle montiert gewesen. Walter Hochstädter hat die Blätter neu montieren lassen und zwei an das British Museum, eines an das Cleveland Museum of Art und eines an das Museum für Ostasiatische Kunst Berlin verkauft. Ein Blatt im British Museum trägt eine datierte Aufschrift, der zu entnehmen ist, dass Kuncan diese Albumblätter für seinen Freund, den Maler Cheng Zhengkui (1604–1676) nach einer gemeinsamen Reise gemalt hat. Kuncan stellt sich selbst in der Strohhütte auf einer Strohmatte meditierend dar und beschreibt sein einfaches naturverbundenes Leben. Die Bezeichnung "Sechsunsdreißig Gipfel" spielt wohl auf die gemeinsame Reise in das Huangshan-Gebirge an; die Ansicht von "Sechsunsdreißig Gipfeln" ist eine der Sehenswürdigkeiten dieser malerischen Landschaft.
Der Künstler schreibt mit trockenem, stumpfem Pinsel seine Ideen nieder; sein Stil kann als üppig und dicht bezeichnet werden. Nicht die Malerei der alten Meister, sondern die Natur ist das Vorbild für Kuncans Schaffen.

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Museum für Asiatische Kunst

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Landschaft

Landschaft

Eingebettet zwischen den monumentalen, hoch aufragenden Bergmassiven im Hintergrund und den sanften Hügeln und Baumgruppen im Vordergrund sind kleine, einfache Siedlungen zu sehen. Vereinzelte Figuren, die alltäglichen Tätigkeiten nachgehen, beleben die idyllische, ländliche Szene. Mittels haarfeiner Hanffaser-Strukturstriche sowie rhythmisch getupfter Moospunkte, die charakteristische Elemente der Literatenmalerei sind, vermochte der Künstler Plastizität und Volumenhaftigkeit der festen Erdmassen zu erzeugen. Subtile ockerbraune und hellgrüne Lavisflächen deuten auf die frühsommerliche Jahreszeit hin und verleihen der Darstellung eine wohltuende Frische. Die dezente Farbgebung evoziert zudem eine lyrische Atmosphäre. Matsumura Gekkei studierte ab 1781 die Malkunst und die Haikai-Dichtkunst beim berühmten Literatenmaler Yosa Buson (1716–1783). Im Jahre 1781 zog Gekkei von Kyoto nach Ikeda, einem kleinen Ort in der Nähe von Osaka, wo er bis 1789 blieb. Das Pseudonym Goshun legte er sich während dieser Zeit, in Anlehnung an den alten Namen Ikedas, zu. Das vorliegende Stellschirmpaar gehört zu den repräsentativsten Werken dieser frühen Schaffensperiode, in welcher der Einfluss Busons sich sehr stark bemerkbar macht. Vor allem in der Behandlung von Felsen sowie in der Charakterisierung von Figuren ist die Handschrift des prominenten Meisters deutlich erkennbar. Goshuns Tendenz zur lyrischen Bildstimmung, die ein Wesensmerkmal seines Werkes ist, tritt hier bereits deutlich zu Tage. Nach seiner Rückkehr aus Ikeda nach Kyoto in den Jahren 1788/89 trat Goshun in das Studio des äußerst populären Malers Maruyama Ōkyo (1733–1795) ein. Von Ōkyo übernahm Goshun den naturalistischen, dekorativen Malstil und verband ihn erfolgreich mit den Elementen der Literatenmalerei, die er von Buson gelernt hatte. Nach Ōkyos Tod im Jahre 1795 führte Goshun ein eigenes Studio, das sich an der Shijō-Straße in Kyoto befand und seiner Schule ihren Namen gab, der Shijō-Schule.