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Ident. Nr.: I (34 C) 76/1953,539

ObjID: obj:566271

Details (Expert)

Datierung
vermutl. 19. Jh.
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 22,5 x 16,5 x 3,2 cm

Objektbeschreibung

Der kleinformatige Kasten enthält einen Blütenzweig aus deutlich unterschiedlich farbigen Haaren: von hell- über dunkelblond, mittelbraun bis zu dunkelbraun. Das untere Ende ist von einer Seidenschleife verdeckt. Die Blütenmitten sind mit großen silberfarbenen oder kleinen bunten Glasperlen verziert. Die Haararbeit befindet sich in einem etwas beschädigten, innen leicht fleckigen und verschmutzen Pappkasten. Er ist mit unterschiedlichen, teilweise verdeckten Goldprägeborten verziert. Auch die Glasscheibe wurde mit einer geprägten und überstrichenen Goldborte beklebt, die stellenweise fehlt.

Die verschiedenen Haarfarben lassen vermuten, dass es sich um Familienbild handelt. Leider gibt es keine weiteren Informationen zu dem Erinnerungskasten: Er ist Teil eines größeren Bestandes, den das damalige Museum für Volkskunde in Berlin 1953 aus dem Museum für Vorgeschichte in Halle übernommen worden war. Dort hatte der vormalige Direktor Hans Hahne († 1935) ab 1912 eine volks- und rassenkundliche Sammlung angelegt. Als völkisch gesinnter und aktiver Wissenschaftler ließ er die hallesche »Landesanstalt für Vorgeschichte« 1934 in »Landesanstalt für Volkheitskunde« umbenennen. 1953 erfolgte ein Aufruf an alle Museen der DDR, zum Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg stark dezimierten Sammlung des damaligen Museums für Volkskunde (einer der Vorläuferinstitutionen des MEK) beizutragen. In diesem Zuge gab das Museum für Vorgeschichte in Halle die von Hahne angelegte volkskundliche Sammlung ab. Über die Provenienzen der Objekte gibt es, abgesehen von einer handschriftlichen Liste, keine Informationen. Das vorliegende Haarbild wurde demnach von Herr oder Frau Peruntz aus Nietleben/Halle eingeliefert (Listeneintrag »E.K. 1937 Nr. 35«).

Literatur: Jana Wittenzellner (2020): Haarbilder. Erinnerungen unter Glas. Husum: Verlag der Kunst.

Letzte Aktualisierung: 12.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Museum Europäischer Kulturen

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754.

Querformat. Rechts oben rotgesäumtes Lichtloch, auf Wolkenkissen stehend Mutter Gottes, auf der Rechten das Kind, auf der Linken Traube. Von ihr je ein Strahl zu den beiden Verunglückten. Im Hintergrund Baumgruppen, beiderseits eine Kapelle. Im Mittelpunkt ein gezäunter Weg. Auf diesem hält eine Karosse mit zwei Schimmeln und Kutscher, die beiden Fahrgäste als Zuschauer am Zaun. Im Vordergrund Grasfuder mit zwei durchgehenden Pferden. Vom Wagen stürzt ein Mädchen, neben den Pferden liegt eine Frau. Rechts vom Wagen der aufstakende Bauer. Unter der Darstellung breites Schriftband, weiß, beiderseits rot endend: "Anna Valtermayrin von Sollach wurde von zweyen Lauffenten Pferdten hinwech geworffen, Und Maria ihre Tochter von einen hoch-geladnen fueder herunder gestosßen. Weillen sie nun in so augensheinliher Leebens, gefahr imerdar zu Mariam nach Hehenkirchen Umb hilff gerueffen, seint sie bayde durch die mechtige vorbitt Mariä recht wunderbahrlich beym Leeben Und gesundheit erhalten worden. gott und Mariä sey eviger Danckgesagt, anno 1754."

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!

Querformat. Oben in der Mitte auf Wolkenkissen Maria Hilf. Dunkler Himmel, im Hintergrund Bäume. Im Vordergrund ein Fluss, links geschwungener Holzsteg, aus dem ein Stück fehlt. Im Fluss schwimmend Fuder mit zwei Pferden bespannt, Frau, Mann auf Holzstück und Kind, sich an einem Brückenpfahl haltend. Rechts am Ufer festgemacht, wohl Schiffsmühle. Unter der Darstellung Schriftband: Anno 1818. Seynd wir durch die Vorbitt der Gnaden Mutter in der Steinfelsen von der Augenscheinlichen Todesgefahr, die zu Mamminger Isar Prüken erfolgten stürzung, getrohet hat, gerettet worten. Zur danksagung hat dise Dafel Simann Gigisreiter 1/4 bauer in buebach, und desen Eweib Maria Anna geopfert!Durch die untere Häfte dieses Votivbildes schimmert ein Älteres durch. Man erkennt vor einem großen Hause einen bespannten Wagen mit zwei Männern. Am rechten Rand: 1786 EXVOTO (?)Die Votivtafel wurde im August 1968 in Gemäldegalerie gerönt und infrarot aufgenommen. Wagen von links mit 2 Pferden und Reiter stößt gegen den mit 4 Pferden bespannten Heuwagen. (?) Reiter des Sattelpferdes blickt zurück zu einem Mann, der vor die Hinterräder gefallen ist. Auf Hausgiebel kleine stehende Muttergottes. Druch die Aufnahme die Lesung der Inschrift bestätigt.