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Kochtopf mit Rundboden und zwei kleinen Henkeln aus dem Grab der Aline

Ident. Nr.: ÄM 11403

ObjID: obj:590165

Details (Expert)

Datierung
1.–2. Jh. n. Chr.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Durchmesser: 16,5 x 19,7 cm
Mündung: 11,9 cm

Objektbeschreibung

Der Topf hat eine stark profilierte Lippe mit einer innenseitigen Vertiefung für einen Deckel, die direkt an den kugeligen Körper ansetzt. Der Boden ist abgesetzt und mündet in einem abgeflachten Rundboden. Von der Lippe aus führen zwei kleine Henkel auf den Schulterbereich. Der Topf ist fast vollständig erhalten (95 %) und aus zahlreichen Scherben geklebt. Für die Glättung der Außen- und Innenseite verwendete man einen breiten Schaber, im Bodenbereich ein scharfkantiges Werkzeug. Von der Benutzung über dem offenen Feuer zeugen die Schmauchspuren auf der Außenseite, die jedoch auf dem Boden nicht erkennbar sind. Die Innenseite ist nahezu vollständig geschwärzt. Für die Benutzung im Grabzusammenhang wurde auf der Außenseite der Rand- und Schulterbereich sekundär mit einem roten Überzug bemalt, der sich in Nasen über die Schmauchung zieht. Dieser Auftrag scheint mit einem breiten Pinsel erfolgt zu sein. So ist der gleiche Überzug auf der Innenseite nur im Randbereich zu erkennen.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 03.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).