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Plakette mit Udjat-Auge

Ident. Nr.: ÄM 11816

ObjID: obj:590525

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Grabungsleiter*in
Rudolf Mosse (8.5.1843 - 8.9.1920),
Mäzen*atin
Datierung
Spätzeit–frühe Ptolemäerzeit
Weitere Titel
Sammlungstitel: Plakette mit Udjat-Auge
Übersetzung: Plaque with Udjat eye
Geografische Bezüge
Material / Technik
Fayence (Material), grün
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 10,4 x 10,7 x 1,9 cm

Objektbeschreibung

Dieses Fragment, dessen Fundort unbekannt ist, wurde aus weißer bis hellgrauer Fayence mit einer hellgrünen bis türkisfarbenen Glasur gefertigt und muss im vollständigen Zustand ungewöhnlich groß gewesen sein. Die einzige Aussage, die hier mit Sicherheit getroffen werden kann, lautet, dass die Tafel einst eine Schutzfunktion übernommen haben muss. Bemerkenswert sind die Ausmaße, die nur mit wenigen Exemplaren verglichen werden können. Das beschädigte Motiv lässt eine ursprünglich rechteckige Form vermuten. Es handelt sich hierbei um das Fragment eines nach rechts gerichteten Udjat-Auges, welches von einem erhabenen Rahmen eingefasst wird und die Bildfläche komplett ausfüllt. Zu erkennen ist das nur noch zur Hälfte erhaltene menschliche Auge mit dem geschwungenen Bogen einer Braue, der einen mittigen Grat aufweist und an den Seiten um ein Strichmuster ergänzt wurde. Parallel dazu verläuft der charakteristische, lang gezogene Schminkstrich sowie am unteren Lid das nur noch zu erahnende, schneckenförmig eingedrehte Liniengefüge.
Das Augen-Symbol hat seinen Ursprung in der ägyptischen Mythologie und begegnet uns auf unzähligen Artefakten verschiedenster Art. Es besitzt nahezu immer eine apotropäische Bedeutung. Das Wort Udjat bedeutet „das Heile“ und wurde später von den Griechen übernommen. Je nach Auslegung haben wir es hierbei mit dem in dem Osirismythos vorkommenden Mondauge des Lichtgottes Horus zu tun oder aber mit dem heilsbringenden Sonnenauge des Re. Letzteres ist wahrscheinlicher, zumal es sich hierbei um das rechte Auge des Gottes handelt und die ikonographischen Darstellungen dieses bevorzugen.
Wo die vorliegende Plakette einst angebracht war, ist nicht eindeutig zu bestimmen, zumal sie sich zeitlich nur annähernd einordnen lässt. Zwei von ursprünglich vier Schnürösen an den Ecken sind noch vorhanden und legen nahe, dass das Objekt nicht bloß auf einem Gegenstand auflag, sondern festgebunden oder aufgehängt war. Vorstellbar ist, trotz der Größe des Artefakts und der eher groben Ausführung, die Nutzung als aufgenähte Schutztafel. Andere Objekte dieser Art bedeckten die Bauchwunde, die dem Toten im Zuge der Mumifizierung beigelegt wurde.
(Jana Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 04.09.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).