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Gemme mit Darstellung des Gottes Pantheos (?) mit Hahnenkopf

Ident. Nr.: ÄM 11936

ObjID: obj:590562

Details (Expert)

Beteiligte
Antiquarium, Königliche Museen zu Berlin (1830 - 1918),
Vorbesitzer*in
Datierung
Historische Datierung: 2. Jh. n. Chr.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 1,7 x 1,2 x 0,35 cm

Objektbeschreibung

«Vs.: Auf der „Ouroboroskartusche“, die die Iao-Formel (linksläufig) enthält, steht nach rechts vorn gebeugt eine ithyphalische Gestalt mit menschlichem Körper, aber Hahnen(?)-Kopf. Sie hat im Rücken zwei Flügelpaare und hält mit der linken Hand ein Uas(?)-Szepter, das von den Flügeln überschnitten wird. Die rechte Hand greift in der gleichen Geste wie bei den übrigen Pantheosfiguren nach hinten zum breiten, langen Vogelschwanz. An den Füßen und an den Knien befinden sich Federbüschel. – Die Arbeit ist sorgfältig und detailliert (besonders der Vogelkopf) ausgearbeitet, was im Vergleich zu den sonstigen Pantheosgestalten besonders auffällt. Rs.: EMAMMA ROC (linksläufig).»
Aus: Philipp, Hanna, Mira et Magica. Gemmen im Ägyptischen Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz Berlin-Charlottenburg, Mainz am Rhein 1986, S. 101.

Letzte Aktualisierung: 20.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).