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Statuette einer nackten Nubierin, Arme und Beine waren separat gearbeitet

Ident. Nr.: ÄM 12413

ObjID: obj:590862

Details (Expert)

Beteiligte
Mohareb Todrus (ca. 1847 - 1937),
Vorbesitzer*in
Datierung
25. Dynastie (Kuschiten)
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statuette einer nackten Nubierin, Arme und Beine waren separat gearbeitet
Übersetzung: Statuette of a naked female Nubian, arms and legs worked separately
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 10,5 x 3,8 x 3,2 cm
Höhe: 11 cm (lt. Inv.)
Gewicht: 72 g

Objektbeschreibung

Die Statuette einer nackten Nubierin zeigt ausladende Hüften, den Ansatz eines runden Bauchs und volle Brüste. Das rundliche Gesicht gibt volle Lippen, eine sehr breite Nase, langgezogene, mandelförmige Augen sowie eine breite Stirn wieder. Umrahmt wird es von einer gelockten, kinnlangen Haartracht, die spitz zum Kinn hin ausläuft. Die Arme und Beine waren separat gearbeitet und konnten mit Hilfe von Dübeln oder Zapfen angesetzt werden.
Seit prädynastischer Zeit wurden in Ägypten und Nubien Statuetten nackter Frauen als Symbol der Fruchtbarkeit und als Garantie für eine Wiedergeburt mit in die Gräber von Frauen, Männern und Kindern gegeben. Der mögliche Fundort Dra Abu el-Naga könnte ebenfalls für eine Herkunft aus einem Grabkontext sprechen. Vergleichsbeispiele finden sich aus dem Mittleren Reich und vor allem aus der 25. Dynastie (Boston, Museum of Fine Arts 1993.6 und ÄM 16999). Die Statuetten waren hauptsächlich aus Holz gearbeitet.
(J. Jancziak)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).