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Tiersarg in Form eines Obelisken, davor eine Figur der thronenden Göttin Wadjet

Ident. Nr.: ÄM 13144

ObjID: obj:591642

Details (Expert)

Beteiligte
Rudolf Springer (1845 - 1894)
Datierung
Spätzeit
Datierung engl.: Late Period
Weitere Titel
Sammlungstitel: Tiersarg in Form eines Obelisken, davor eine Figur der thronenden Göttin Wadjet
Übersetzung: Animal coffin with a statuette of the goddess Wadjet seated on a throne before an obelisk
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 19,5 x 4,1 x 9,2 cm

Objektbeschreibung

Vor einem Obelisken sitzt eine löwenköpfige weibliche Figur mit einer typischen Krone für weibliche Gottheiten. Der Thron hat auf den Seitenflächen ein Schuppenmuster und rechts unten das Symbol für sema-taui, die Vereinigung der beiden Landeshälften Ägyptens. Auf den drei Seiten des Sockels ist eine Inschrift eingeritzt, die den Namen der Göttin Wadjet neben den Stiftern nennt. Die löwenköpfige Göttin ist in ihrer Rolle als kosmische Mutter abgebildet. Anhand des Obelisken wird betont, dass sie Tochter und Mutter des Sonnengottes ist. Tatsächlich verwendet wurde das Gebilde als Tiersarg, denn der Obelisk ist hohl.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).