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Terrakotte in Gestalt der Göttin Isis mit dem Gott Harpokrates

Ident. Nr.: ÄM 16150

ObjID: obj:592009

Details (Expert)

Datierung
1.–2. Jh. n. Chr.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 19,1 x 9 x 5,2 cm

Objektbeschreibung

In ihrem linken Arm hält die stehende Göttin Harpokrates, der seine Arme nach ihrer Brust ausstreckt. Sie trägt ein enges, bis auf den Boden herabfallendes Gewand und einen mit Fransen besetzten, vor der Brust verknoteten Mantel. Auf dem Kopf sitzen zwei Lotosknospen und die für sie typische Krone. In Kultzeremonien zu ihrer Verehrung kam dem Sistrum, einer Art Rassel, eine bedeutende Rolle zu. Hier hält Isis selbst dieses Musikinstrument in ihrer Rechten. Die Rahmung erinnert an ein mit Sternen besetztes Tuch. Die verschiedenen Attribute verweisen vermutlich auf unterschiedliche Wirkungsbereiche der Göttin: Himmelsgöttin und göttliche Mutter.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).