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Statue eines sitzenden Mannes in langem Mantel ("Abusir-Mann"/ "Gelber Mann")

Ident. Nr.: ÄM 21839

ObjID: obj:593205

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Steindorff (12.11.1861 - 28.8.1951),
Vorbesitzer*in
Datierung
Genauer: um 2700 v. Chr.
Weitere Titel
Sammlungstitel: Statue eines sitzenden Mannes in langem Mantel ("Abusir-Mann"/ "Gelber Mann")
Übersetzung: Statue of a seated man wearing a cloak
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 42,5 x 19 x 22 cm

Objektbeschreibung

Diese Steinskulptur der frühdynastischen Zeit ist eine der ältesten erhaltenen ägyptischen Steinplastiken überhaupt. Der Dargestellte sitzt auf einem Hocker ohne Lehne, zwischen dessen Beinen bogenförmige Streben aus Holz oder Rohr eingespannt sind. Er ist in einen langen Mantel gehüllt, der die rechte Schulter freiläßt und auf dem Rücken einen nicht näher bestimmbaren Zierat aufweist. Der große Kopf ruht fast halslos auf dem wuchtigen Rumpf. Eine mittelgescheitelte Strähnenperücke bedeckt sein Haupt. Die tiefen Augenhöhlen hatten ursprünglich Einlagen aus anderem Material aufgenommen. Die Finger und Zehen sind nur durch schmale Rillen angedeutet. Der auf den Knien liegende Unterarm ist mit dem Vorderteil des Bildnisses weggebrochen.

Letzte Aktualisierung: 04.09.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).