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Klinge von einem Rasiermesser

Ident. Nr.: ÄM 8246

ObjID: obj:594809

Details (Expert)

Beteiligte
George Andrew Reisner (5.11.1867 - 6.6.1942),
Grabungsleiter*in
Walter Wreszinski (8.3.1880 - 9.4.1935),
Mäzen*atin
Datierung
Kerma (Mittel/Obernubien)
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze (Material / Metall)
Abmessungen
Länge x Breite x Tiefe: 16,6 x 6,1 x 0,1 cm

Objektbeschreibung

Dieses Rasiermesser aus Bronze wurde auf dem Friedhof von Kerma in unmittelbarer Nähe zu einer Nebenbestattung des großen Grabtumulus K III gefunden. Zusammen mit anderen Toilettenartikeln wurden Rasiermesser zum Teil paarweise meist am Fußende des Bestattungsbettes platziert. Sie steckten oft noch in Hüllen aus Holz oder Knochen, die nur die Klinge bedeckten.
Bislang ist die besondere Form der Rasiermesser nur aus Kerma bekannt, wo 30 Exemplare geborgen wurden. Es besteht üblicherweise aus einer dünnen, viereckigen Klinge mit gerundetem Vorsprung mit einem Schaft aus einem breiten Metallstreifen, der in einem Griff mit einer dünnen Spitze ausläuft und mehr als doppelt so lang wie die Klinge ist. Dieser wurde wohl gespalten, um darin die erhitzte Klinge einzulassen und diese anschließend mit drei Nieten zu fixieren. Das Messer ist ein Exemplar des am häufigsten belegten der drei Typen, die sich jedoch alle in ihrer Form und Herstellung ähneln.

Letzte Aktualisierung: 13.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).