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Meißel mit Griff

Ident. Nr.: ÄM 32213

ObjID: obj:595783

Details (Expert)

Datierung
Thutmosis III
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze (Material / Metall); Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 23,2 x 2 x 2 cm

Objektbeschreibung

Das Errichten von Gebäuden wurde in Ägypten von Riten und Feierlichkeiten begleitet, die sich bis in die Prädynastische Zeit zurückverfolgen lassen. Archäologisch lassen sich von diesen Riten nur die sogenannten Gründungsgruben nachweisen, die bis in die römische Zeit angelegt wurden. Die Gründungsbeigaben konnten aus ganz verschiedenen Objektgruppen und Materialien zusammengesetzt sein. Zu den häufigsten Gründungsbeigaben zählen Gefäße, Werkzeuge und Baumaterialien in Miniaturformat sowie magisch aufgeladene Objekte, wie z.B. Amulette, und Speiseopfer. Handelte es sich um ein königliches Bauprojekt, wurde auf den Beigaben ein kurzer Weihspruch angebracht, der den Namen des königlichen Bauherrn nennt.
Bei diesem bronzenen Meißel befindet sich die Inschrift auf dem hölzernen Griff. Die einzeilige Inschrift lautet: "Guter Gott, Thutmosis III., geliebt von Amun." Das Objekt wurde zusammen mit weiteren Werkzeugen (ÄM32212, ÄM 32209, ÄM 32210) in einem von vier Gründungsgruben im Bereich des Totentempels des Thutmosis III. in Sheikh Abd el-Qurna gefunden.
Meißel sind in Ägypten seit dem Alten Reich belegt und bestanden aus Stein oder gehärtetem Kupfer. Ab dem Mittleren Reich wurde auch Bronze verwendet. Meißel kamen überall dort zum Einsatz wo Stein bearbeitet wurde, zum Beispiel in Steinbrüchen und im Grabbau. Auch für die Bearbeitung von Reliefs und Statuen aus weichen Gesteinen, wie Kalkstein, Sandstein und Alabaster, fanden Meißel Verwendung.
(J. Tschernig)

Letzte Aktualisierung: 30.04.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

Statuette des Priesters Hori

"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).