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Pektoral des Königlichen Schreibers Neb-ua

Ident. Nr.: ÄM 1983

ObjID: obj:597790

Details (Expert)

Datierung
Historische Datierung: spätes Neues Reich–3. Zwischenzeit
Geografische Bezüge
Material / Technik
Fayence, blau, rot; Jaspis, rot; Serpentinit
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9,8 x 11 x 2,1 cm

Objektbeschreibung

Das Pektoral (Brustschmuck) des königlichen Schreibers Neb-ua stammt aus Saqqara und wurde 1827 von Giuseppe Passalacqua (1797-1865) für seine Sammlung Ägyptischer Altertümer erworben. Es besteht aus blauer Fayence mit roten Einlagen aus Jaspis und einem schwarz-grünen Skarabäus aus Serpentinit auf der Vorderseite. Das Objekt erinnert an die Form eines kleinen Tempels mit Hohlkehle, Rundstab und viereckiger Begrenzung. Es soll zwischen den Wasserlinien und Lotosblüten im unteren Bereich und der geflügelten Sonnenscheibe Behedeti am oberen Ende, genau wie ein Tempel den gesamten Kosmos repräsentieren. Zwischen Himmel und Erde befindet sich die Barke des Sonnengottes, welche das Firmament und die Horizonte passiert um täglich den regenerierten Gott Re, hier in seiner morgendlichen Gestalt des Chepri, über die irdischen und unterirdischen Gewässer zu fahren. Der Sonnenkäfer ist durch seine zentrale Stellung auf dem Objekt, den Schrein, der ihn umgibt sowie die spezielle Einlegearbeit, welche als Applikation dient, als Mittelpunkt des Geschehens zu betrachten. Neben ihm befinden sich die Göttinnen Isis und Nephthys, welche schützend ihre Arme über Chepri erheben. Der Skarabäus ist als verjüngter Sonnengott das Symbol der Erneuerung, die sich der Besitzer des Objektes nach seinem Tod wünschte. Auf der Rückseite ist jener im ramessidenzeitlichen „Gewand der Lebenden“ zu sehen, wie er mit erhobenen Armen (Betergestus) dem Gott Osiris gegenübertritt, der in Mumienbinden eingehüllt ist und durch Krummstab sowie Wedel seinen Status als Herrscher der Unterwelt demonstriert. Zusätzlich trägt er die für ihn typische Atef-Krone auf dem Haupt. Zwei Inschriftenkolumen geben den Namen „Osiris“ sowie „Königlicher Schreiber, Neb-ua“ wieder. Da das Pektoral an den Seiten nicht durchbohrt ist oder Löcher für eine Aufhängung aufweist, ist davon auszugehen, dass es zu Lebzeiten nie getragen wurde, sondern vielmehr als Grabbeigabe diente und vermutlich direkt auf der Mumie des Verstorbenen platziert war.
(A. Weber)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Koptischer Papyrus mit einer gnostischen Sammelhandschrift (Evangelium nach Maria; Apokryphon nach Johannes; Sophia Jesu Christi; Acta Pauli)

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Der einzigartige so genannte Berliner koptisch-gnostische Papyruskodex umfasst 141 Blätter und zeugt von den Auseinandersetzungen der verschiedenen Glaubensrichtungen der Zeit. Er enthält aus dem späten 4. Jahrhundert nach Christus mehrere apokryphe, das heißt nicht in den späteren biblischen Kanon aufgenommene Evangelien-Texte - so etwa das Apokryphon des Johannes, die Sophia Jesu Christi oder die Praxis des Petrus. Zusätzlich birgt dieser Kodex das Evangelium einer Frau, der Maria Magdalena. Die späteste Entwicklungsform der ägyptischen Sprache ist das Koptische, das mit griechischen Buchstaben und einigen ägyptischen Zusatzzeichen geschrieben wurde. Seit den ersten nachchristlichen Jahrhunderten wurde es in verschiedenen Dialekten gesprochen. Die Koptische Sprache wurde von den Christen Ägyptens verwendet und ist bis heute die Liturgiesprache der koptischen Kirche.Dieses Konvolut besteht aus 65 erhaltenen Blättern eines koptisch (sahidisch-subachuminisch) geschriebenen Papyrus-Codex, von Blatt 12 (= S. 23) an vollständig erhalten ist. Angeblich wurde der Codex in einer Mauerlücke gefunden. Aufgrund des Ankaufs bei einem Antiquitätenhändler in Achmin ist ein Fund vor Ort sehr wahrscheinlich. Es handelt sich um eine gnostische Sammelhandschrift mit drei Traktaten gnostisch-christlichen Inhalts, sowie Auszügen aus den Acta Petrie.1. Evangelium nach Maria Magdalena: Antworten auf Fragen nach dem Schicksal der Materia und dem Wesen der Sünde. Maria Magdalena spricht den Jüngern Mut zu. Dann berichtet sie über Offenbarungen die nur ihr mitgeteilt wurden. Maria Magdalena erscheint hier als Mittlerin und Verkünderin der gnostischen Lehre.2. Das Apokryphon des Johannes: Soll auf zwei große Fragen Antwort geben: wie ist das Böse in die Welt gekommen und wie kann sich der Mensch davon befreien? Erschaffungsgeschichte der Welt, des Paradieses und Adam, Sintflut.3. Sophia Jesu Christi: Die 12 Jünger und 7 Frauen sind auf einem Hügel in Galiläa versammelt. Christus erscheint und beantwortet Fragen.4. Auszüge aus den Acta Petri.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Totenbücher gibt es seit dem Beginn des Neuen Reiches (um 1500 v. Chr.). In der vollständigen Ausgabe sind mehr als 200 Kapitel erhalten, man beschränkte sich aber häufig auf die wesentlichen Aussagen. Das Totenbuch wurde dem Verstorbenen in Form einer Papyrusrolle mitgegeben oder einzelne Kapitel wurden, auf Leinenbinden geschrieben, in die Mumie eingewickelt. Die Sprüche sollten dem Verstorbenen helfen, sich in der Unterwelt zurecht zu finden und sich korrekt gegenüber ihren Bewohnern, Göttern und Dämonen, zu verhalten, damit er als 'Verklärter' unter ihnen leben konnte.Bei keinem Totenbuch fehlt das 125. Kapitel, das das sogenannte 'Negative Sündenbekenntnis' enthält. In diesem rechtfertigt sich der Verstorbene vor den 42 Richtergottheiten, indem er beteuert, alle Sünden unterlassen zu haben. Die Szene zeigt das Totengericht: die Verstorbene wird zur Waage geführt, auf der ihr Herz (als Topf gezeichnet) gegen die Göttin Maat, dargestellt als hockende Frau mit einer Feder auf dem Kopf, aufgewogen wird. Hat sie maatgerecht, im Sinne der Weltordnung gelebt, wird die Verstorbene von dem mumiengestaltigen Unterweltsgott Osiris als 'gerechtfertigt' in das Jenseits aufgenommen. Besteht sie die Prüfung nicht, wird die große Fresserin, ein Untier bestehend aus Krokodilskopf, Löwenvorder- und Nilpferdhinterteil, ihr Herz endgültig verschlingen. Da für die Ägypter jede Darstellung die Realität widerspiegelt, wurde grundsätzlich ein positiver Ausgang des Gerichtes dargestellt, so dass die Verstorbene mit Hilfe dieses Papyrus sicher in die Unterwelt eintreten und das ewige Leben erreichen konnte.V. Lepper

Hieroglyphischer Papyrus, Totenbuch des königlichen Schreibers Nacht-Amun

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Hieratischer Papyrus mit dem Totenbuch der Senchonsis

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