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Statuette des Gottes Osiris, stehend mit Atef-Krone

Ident. Nr.: ÄM 22276

ObjID: obj:598799

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Spätzeit
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 18,1 x 4,7 x 3,1 cm
Höhe: 16,4 cm (ohne Zapfen)

Objektbeschreibung

In der „tiefen Halle“ des Anwesens des Oberpriesters Pawah (O 49.01) in Tell el-Amarna wurden neben anderen Funden drei partiell vergoldete Bronzestatuetten aus der Spätzeit gefunden, die teilweise mit polychromen Einlagen dekoriert sind (ÄM 22276–22278). Sie zeigen die Götterfamilie Osiris, Isis lactans und Har-pa-chered.
Die Bronzefigur ÄM 22276 zeigt den mumienförmigen Jenseitsgott Osiris im Stehen. Er trägt eine Atefkrone mit einer Uräusschlange. Am Kinn ist ein geflochtener Götterbart befestigt. In den nebeneinander liegenden Händen hält er den Krummstab und Flagellum – die bedeutendsten Herrschaftsinsignien Ägyptens. Die Augen und die seitlichen Federn der Atefkrone sind mit farbigen Einlagen eingesetzt. Der Zapfen unter den Füßen deutet darauf hin, dass die Statuette ehemals in einem Holzsockel eingelassen wurde. Die Analyse der Metalllegierungen hat zudem gezeigt, dass die Statuette aus Blei-Zinn-Bronze angefertigt ist, deren Bleigehalt im Vergleich zu anderen Osirisfiguren höher erscheint. Die Zusammensetzung des Materials mit erhöhtem Bleianteil gibt uns einen Hinweis darauf, dass es sich wahrscheinlich um ein Produkt aus Mittelägypten handelt.
(I. Liao)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).