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Kanope (Scheinkanope) mit angedeutetem Deckel in Gestalt eines Schakalkopfes (Duamutef)

Ident. Nr.: ÄM 7191

ObjID: obj:601117

Details (Expert)

Beteiligte
Carl Richard Lepsius (23.12.1810 - 10.7.1884),
Expeditionsleiter*in
Datierung
21.–22. Dynastie (3. Zwischenzeit -> Ägypten)
Datierung engl.: 21st - 22nd Dynasty
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kanope (Scheinkanope) mit angedeutetem Deckel in Gestalt eines Schakalkopfes (Duamutef)
Übersetzung: Canopic jar (dummy canopic) shaped as the head of Duamutef (jackal)
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 34,5 x 12,5 x 12,5 cm

Objektbeschreibung

Die Organe wurden aus konservatorischen Gründen aus dem Leichnam entfernt; ihr Erhalt war allerdings zur Komplementierung des Verklärten ebenso wichtig wie der des Körpers. Aus diesem Grund wurden sie ebenfalls gesalbt sowie mit Leinen umhüllt und neben der Mumie im Grab bestattet. Seit dem Alten Reich wurden die balsamierten Organe in Gefäßen aufbewahrt, den sogenannten Kanopen. Der Begriff geht auf das griechische Wort ‚Kanopus‘ zurück, mit welchem der Geschichtsschreiber Rufinus v. Aquileia im 4. Jh. n. Chr. ein bauchiges Gefäß mit dem Kopf des Osiris bezeichnete. Zunächst handelt es sich bei Kanopen um einfache Kalkstein- oder Tongefäße mit flachen bzw. leicht gewölbten Deckeln. Im Mittleren Reich sind die Deckel wie menschliche Köpfe gearbeitet, ab dem Neuen Reich nehmen sie die Form der Köpfe von Mensch, Pavian, Schakal und Falke an. Diese symbolisieren die vier Söhne des Horus, der selbst als Sohn des Osiris für den Verstorbenen die Schutzgottheit par excellence darstellt. Jede der vier Gottheiten wurde einem Organ zugeordnet: Amset = Leber, Hapi = Lunge, Duamutef = Magen, Kebehsenuef = Gedärm; wobei die Zuordnung vielmehr ideeller Natur ist und nicht unbedingt jeder realen Balsamierungssituation entsprechen dürfte, in welcher der Balsamierer sicherlich gelegentlich auch andere Organe konservierte. Denn es kann nicht mit Gewissheit gesagt werden, wie der tatsächliche anatomische Kenntnisstand im Alten Ägypten gewesen ist. Obwohl nach dem Neuen Reich die Organe zumeist als balsamierte Päckchen wieder in den Körper zurückgelegt wurden, hörte der Gebrauch von Kanopen nicht auf. Häufig mit Attrappen gefüllt oder als Scheinkanopen (ohne Hohlraum) gehörten sie bis in die Ptolemäische Zeit hinein zur Grabausstattung. Durch ihre Assoziation mit den Horussöhnen und die Nähe zum Verstorbenen besitzen die Kanopen auch ohne die Organe eine Schutzfunktion. Es ist bemerkenswert, dass die Organentnahme von den griechischen Geschichtsschreibern Herodot und Diodor recht ausführlich besprochen wurde, während die Informationen in altägyptischen Texten spärlich sind. Eine mögliche Begründung hierfür ist die Tabuisierung dieses Vorgangs, denn immerhin ist ein solcher Eingriff eine Beschädigung des Körpers, was im Widerspruch zum ägyptischen Wunsch nach der Unversehrtheit der Mumie steht. Der Vorgang ist notwendig zur Erhaltung des Leichnams und die Organe bleiben zumindest im Grab erhalten, doch darüber sprechen respektive schreiben wollte man wohl nicht.
(S. Töpfer)

Letzte Aktualisierung: 19.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte

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Der Ring stellt einen von insgesamt sechs aus blau glasierter Fayence gefertigten Hülsenringen (ÄM 16956–ÄM 16961) dar. Sie wurden in à-jour-Technik, d.h. in durchbrochener Arbeit, gefertigt. Die Ringe sind unterschiedlich groß, tragen jedoch alle ähnlichen Motive. Das Zentrum der breiten Ringschiene bildet das Gesicht der Hathor mit Kuhohren und Perücke über einem Zeichen, das eine Neb-Hieroglyphe darstellt. Bekrönt ist das Haupt von einem durchbrochen gearbeiteten Kopfputz. Den Rest der Ringfläche nehmen links eine Lotusblüte und rechts eine lilienartige Blüte ein, die zu 90 Grad in Bezug zum Hathorkopf gedreht sind, und durch Wellenlinien voneinander getrennt werden. Die Innenseite des Rings ist glasiert.Solche Hülsenringe trug man vermutlich weniger im Alltag, da sie zu fragil und z.T. zu lang sind, um sie bequem auf einem Fingerglied zu tragen. Die Symbolik der Ringe spricht eher für einen jenseitigen Nutzen. Die Pflanzenmotive, die Kombination von Wasser (Ursprung des Lebens, Lebensraum) in Verbindung mit Hathor (Himmel) macht die Ringe aus dem Grab der Tadja zu einem Abbild des Kosmos. Die Beigabe von solchen Ringen versinnbildlicht den Wunsch der Verstorbenen als Teil des kosmischen Lebenszyklus, in ein jenseitiges Leben wiedergeboren zu werden.Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).I. Regulski

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Korb-Gefäß mit zwei Ösen aus dem Grab der Tadja

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Der aus Fayence gefertigte Behälter imitiert einen geflochtenen Korb und ist außen und innen mit einer glänzenden dunkelblauen Glasur überzogen. Es hat eine beutelartige Form und ist leicht flachgedrückt, sodass die Öffnung ein Oval bildet. Am Öffnungsrand, entlang der Längsseiten des Ovals, befinden sich zwei gegenüberliegende Fortsätze mit einem Loch, an dem vermutlich ein beweglicher Griff oder heute nicht mehr vorhandene Trageschnüre aus organischem Material angebracht worden sein könnten. Die Dekoration des Gefäßkörpers besteht aus waagerechten Linien, deren Zwischenräume mit kurzen diagonalen Linien gefüllt sind. Von den Laschen ausgehend verlaufen über den Gefäßboden sich kreuzende Linien, die möglicherweise einen Henkel imitieren sollen. Diese Dekoration wurde vermutlich in dunkler Farbe oder durch Ritzungen aufgetragen, die später mit Glasur gefüllt wurden. Die Innenseite des Gefäßes weist am Boden unregelmäßige Absätze auf. Es ist zu vermuten, dass der Gefäßboden separat angesetzt wurde; an der Außenfläche ist dieser Vorgang nicht erkennbar. Das Gefäßmuster ahmt ein Flechtwerk aus Palmblattstreifen nach, ein Material, das für die Herstellung von Matten, Netzen und Körben gebräuchlich war.Das Fayence-Gefäß ist Teil der Grabausstattung des Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).S. Steines / redak. I. Regulski

Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte

Fingerring der Tadja mit Hathorkopf, Papyrusdolde und Lotosblüte

Der Ring stellt einen von insgesamt sechs aus blau glasierter Fayence gefertigten Hülsenringen (ÄM 16956–ÄM 16961) dar. Sie wurden in à-jour-Technik, d.h. in durchbrochener Arbeit, gefertigt. Die Ringe sind unterschiedlich groß, tragen jedoch alle ähnliche Motive. Das Zentrum der breiten Ringschiene bildet das Gesicht der Hathor mit Kuhohren und Perücke über einem Zeichen, das eine Neb-Hieroglyphe darstellt. Bekrönt ist das Haupt von einem durchbrochen gearbeiteten Kopfputz. Den Rest der Ringfläche nehmen links eine Lotusblüte und rechts eine lilienartige Blüte ein, die zu 90 Grad in Bezug zum Hathorkopf gedreht sind, und durch Wellenlinien voneinander getrennt werden. Die Innenseite des Rings ist glasiert.Solche Hülsenringe trug man vermutlich weniger im Alltag, da sie zu fragil und z.T. zu lang sind, um sie bequem auf einem Fingerglied zu tragen. Die Symbolik der Ringe spricht eher für einen jenseitigen Nutzen. Die Pflanzenmotive, die Kombination von Wasser (Ursprung des Lebens, Lebensraum) in Verbindung mit Hathor (Himmel) macht die Ringe aus dem Grab der Tadja zu einem Abbild des Kosmos. Die Beigabe von solchen Ringen versinnbildlicht den Wunsch der Verstorbenen als Teil des kosmischen Lebenszyklus, in ein jenseitiges Leben wiedergeboren zu werden.Die Ringe stammen aus dem Grab eines Mädchens Tadja in der Nekropole von Abusir el-Meleq. Ihre Bestattung war ein herausragendes Beispiel eines vollständigen Grabinventars. Die Grabbeigaben werden alle im Ägyptischen Museum in Berlin verwahrt (ÄM 16956–ÄM 17015).I. Regulski

Terrakotte in Gestalt eines geflügelten, tanzenden Bes

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Die Terrakotte aus dem ersten vorchristlichen Jahrhundert zeigt den tanzenden Zwerggott Bes. Der en face darstellte Gott in schwunghafter Tanzbewegung ist durch seine bärtigen, etwas grotesk wirkenden Gesichtszüge mit heraushängender Zunge gekennzeichnet. Er ist in einem ärmelfreien, unter dem Bauch gegürtelten Gewand gekleidet und trägt einen Kopfschmuck aus langen Straußenfedern. Als Zusatzattribut bekommt er hier noch ein Paar Flügel. In seiner rechten Hand hält er am Körper ein längliches Objekt mit Verzierungen, wahrscheinlich einen Weinkrug. Er steht auf einem mit Akanthusblättern verzierten Kapitell. Typisch für eine ägyptische Terrakotte wurden nur die Details der Vorderseite ausmodelliert. Die Rückseite besteht lediglich aus einer gewölbten, glatten Schale, zu der noch eine Öse hinzugefügt ist. Solche Tonfiguren wurden in der Regel in Privathäusern in Wandnischen, die als eine Art Hausaltar fungierten, aufbewahrt. In ebensolchen Wandnischen wurden sie auch in ägyptischen Siedlungen der griechisch-römischen Zeit aufgestellt. Mit der Öse konnten sie in der Nische aufgehängt werden.Der Gott Bes, der ursprünglich aus dem Sudan stammte und ab spätestens der 12. Dynastie in Ägypten belegt ist, wurde vom ägyptischen Volk als eine Art Schutzgottheit im häuslichen Bereich verehrt. Durch sein wildes, schreckhaftes Aussehen wurde Bes die Funktion zugewiesen, die Menschen vor bösen Kräften zu bewahren. Außerdem wurde er häufig im Umfeld der Göttin Hathor mit Musik, Tanz und Trunkenheit in Verbindung gebracht. Tanz und Musik wurden bei Bes nicht nur als Mittel der Abwehr verstanden, sondern spielten zugleich auch Freude, Heiterkeit sowie die dadurch hervorgebrachte Sexualität an. Auch der Weinkrug des Bes lässt sich in diesem freudestiftenden Zusammenhang verstehen.In der Ikonographie des musizierenden, tanzenden und trinkenden Bes ist er zum einen ein apotropäischer Gott für das ägyptische Volk. Zum anderen steht er in enger Beziehung mit Fruchtbarkeit und Zeugung. In dieser Gestalt spielt er insbesondere in den Bereichen Fruchtbarkeit, Empfängnis, Schwangerschaft, Geburt und Kindbett eine besonders wichtige Rolle für die Frauen.(I. Liao)