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Lampenaufsatz der thronenden Göttin Isis mit Harpokrates (Isis lactans)

Ident. Nr.: ÄM 8704

ObjID: obj:601435

Details (Expert)

Datierung
2. Jh. n. Chr.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 9,4 x 5,1 x 3,5 cm

Objektbeschreibung

Die Göttin Isis sitzt auf einem Thron mit hoher Rückenlehne, ihre Füße ruhen auf einem diagonal ausgerichteten Schemel. Sie ist mit einem Untergewand und einem mit Fransen verzierten, vor der Brust verknoteten Mantel bekleidet. Ihre Haare fallen in langen Korkenzieherlocken auf ihre Schultern. Auf dem Kopf tragt sie neben zwei Lotosknospen die für sie typische Krone, bestehend aus Kuhhörnern, Sonnenscheibe und Federn. Ihre Linke stutzt den Kopf ihres Sohnes Harpokrates, dem sie die Brust reicht, nach der er mit seiner Rechten greift. Die Rückenlehne des Thrones ist mit kleinen quadratischen Kassetten und sorgfältig geschnitzten Seitenlehnen verziert. Bei diesem Bildnis handelt es sich um einen häufig wiederholten Typ, der seit trajanischer Zeit auch auf Münzen erscheint. Aufgrund der Bruchfläche auf der Rückseite dürfte es sich um einen Lampenaufsatz gehandelt haben.
(J. Helmbold-Doyé)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).