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Treibkitt mit Darstellung Echnatons und einer Gemahlin

Ident. Nr.: ÄM 21684

ObjID: obj:605785

Details (Expert)

Beteiligte
Deutsche Orient-Gesellschaft (DOG) (24.1.1898),
Auftraggeber*in
Ludwig Borchardt (5.10.1863 - 12.8.1938),
Grabungsleiter*in
James Simon (17.9.1851 - 23.5.1932),
Mäzen*atin
Datierung
Historische Datierung: Amenophis (Amenhotep) IV. / Echnaton
Datierung engl.: Amenhotep IV / Akhenaten
Weitere Titel
Sammlungstitel: Treibkitt mit Darstellung Echnatons und einer Gemahlin
Übersetzung: Chasing pitch depicting Akhenaten and a spouse
Geografische Bezüge
Material / Technik
Harz; Talg; Sand
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 26 x 20 x 2,8 cm

Objektbeschreibung

Die Technik des Treibens ist ein Verfahren der Metallbearbeitung, welches die Alten Ägypter vermutlich aus Mesopotamien übernahmen. Hierbei wurde zunächst ein Metallblech auf einen elastischen Treibkitt gelegt. Dieser war auf einer Holzunterlage angebracht und bestand gewöhnlich aus einem Materialgemisch von Wachs, Rindertalg, Pech und Ziegenmehl. Mit Hilfe von Hammer und Punze wurde dann durch die Metallbearbeiter ein erhöhtes Relief in die Rückseite des Blechs getrieben. Abschließend wurde das Metallstück gewendet und auf der Vorderseite mit Ziselierwerkzeugen verfeinert. Zurück blieb der Treibkitt mit dem Abdruck des entstandenen Reliefs, welcher aber vermutlich in der Regel wiederverwendet wurde.
Die Grabungsmitglieder der DOG fanden im Januar 1914 einen fast vollständigen Kitt mit erhaltenem Relief. Borchardt notierte in Bezug auf das Material, es sei „aus einer harzigen, glasigen Masse“, wobei der tatsächliche Anteil von Harz sehr gering sein dürfte. Weiterhin vermerkte er im Tagebuch, das Relief sei „vermutlich gegossen und zwar auf einer Holzunterlage“. Seine Behauptung bezieht er auf die Holzfasern, welche auf der Rückseite des Objekts erkennbar sind. Der Tagebucheintrag erweckt allerdings den Eindruck, als würde Borchardt das Relief selbst für das Endprodukt halten, da er es als „gegossen“ bezeichnet. Ob das Materialgemisch zähflüssig oder fest auf der Holzunterlage aufgebracht wurde, lässt sich nicht eindeutig klären. Anhand der gut erkennbaren Punzierungsspuren wird deutlich, dass es sich in jedem Fall um den Abdruck einer Treibarbeit handelt. Denkbar ist sogar, dass auf diesem Stück ein feines Goldblech getrieben wurde, da die Konturen des Reliefs ungewöhnlich präzise ausfallen.
Dargestellt ist der Pharao Echnaton mit der Blauen Krone und dem typischen, über das Knie hochgezogenen Schurz. Vor ihm steht seine deutlich kleinere Gemahlin mit einer kurzen Lockenperücke, bei der es sich um Nofretete handeln dürfte. Auffällig ist die Körperhaltung der Gattin, welche sich offensichtlich zu ihrem Mann umdreht, um dessen linke Hand zu halten. Diese Geste, welche für die Amarna-Zeit nicht unüblich war, soll die Vorstellung von familiärer Intimität und Zuneigung unterstreichen.
Aus: Hackbeil, C., in: F. Seyfried (Hrsg.), Im Licht von Amarna. 100 Jahre Fund der Nofretete, Berlin 2012, S. 270 (Kat.-Nr. 47).

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).