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Standfigur eines Würdenträgers

Ident. Nr.: ÄM 1122

ObjID: obj:606401

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Brugsch (18.2.1827 - 9.9.1894),
Vorbesitzer*in
Datierung
Neferirkare' I.
Geografische Bezüge
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 38,5 x 15,5 x 14 cm

Objektbeschreibung

Spätestens seit dem Beginn der historischen Zeit (um 3000 v. Chr.) gehören Statuen zum festen Bestandteil der Grabausstattung, denn für eine weitere Existenz im Jenseits bedurfte es nach den Vorstellungen der Ägypter der Erhaltung des Körpers oder seines Abbildes. Die Standfigur war im Alten Reich eine der klassischen Formen der Grabstatue. Durch ihre aufrechte Haltung, dem Ausschreiten des linken Beines und den geballten Fäusten verkörpert sie den aktiven Menschen. Der vom Rückenpfeiler unterstütze axiale Aufbau betont die frontale Ausrichtung der Figur. Das von einer die Ohren bedeckenden Löckchenperücke umrahmte Gesicht ist, wie auch der Körperbau, als Idealbild geschaffen worden, also ohne individuelle Züge. Beeindruckend ist aber dennoch die hervorragende Modellierung des menschlichen Körpers, die ohne eine übermäßige Betonung von Körperpartien und Details von einer souveränen Kenntnis der Anatomie des Menschen zeugt.
Der Dargestellte ist mit einem kurzen Schurz bekleidet.
Die verwendung von Anorthositgneis für nichtkönigliche Statuen ist ungewöhnlich.
(K. Finneiser)

Letzte Aktualisierung: 25.08.2025

Kontakt

Einrichtung:

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung

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Statuette des Priesters Hori

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"Die Figur wiederholt einen Typ der Standfigur des Mittleren Reiches, der den Dargestellten in einem „Mantel“ kleidete, der als Tuch unterhalb der Brust um den Körper gelegt wurde. Dieser Mantel ist aber in der Spätzeit tatsächlich noch getragen worden, so auch von den Priestern bei Prozessionen. Sehr selten ist die Armhaltung, das linke Bein ist sehr weit vorgesetzt, so daß von der Darstellung eines wirklichen Ausschreitens gesprochen werden müßte. Der Mann ist als Priester kahlgeschoren, das Gesicht mit den unregelmäßig angesetzten Augen ein typisches Beispiel für die Art des idealisierenden Kunstschaffens dieser Zeit. Auch die Körperformen sind schematisch, Ober- und Unterarm ungeschickt aneinandergefügt. Die leichte Neigung des Kopfes mit der hohen Stirn, die etwas über der Nasenwurzel zusammengezogenen Augenbrauen und der leise lächelnde Mund hinterlassen zusammen mit der Armhaltung und dem ruhigen geschlossenen Körper insgesamt den Eindruck eines über den Alltäglichkeiten des Lebens stehenden, in seine Gedanken versunkenen, ganz der Welt des Göttlichen hingegebenen Menschen. Die senkrechte Zeile auf dem Gewande enthält die Angaben zur Person. Die Datierung der Figur ergibt sich durch den Namen des Vaters („Amasis bleibt im Palast“), wonach er zur Zeit des Königs Amasis (um 570-526 v. Chr.) geboren sein müßte."Aus: Priese, Karl-Heinz, in: Priese, K.-H. (Hrsg.), Ägyptisches Museum Berlin, Museumsinsel Berlin, Mainz 1991, S. 174 (Kat. 104).